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		<title>Zwischen Leben und Tod</title>
		<link>https://roots-senseofself.de/2026/06/16/zwischen-leben-und-tod/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leni]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 10:25:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Doula]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Das könnte ich nicht…“ ist meist die erste Reaktion, wenn ich von meiner Arbeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin erzähle. Gefolgt von Fragen, wie es dazu kam, ob ich denn schonmal jemanden tot gesehen habe und der verirrten Annahme, dass ich Beihilfe zum Sterben leiste &#8211; resultierend aus der Verwechselung mit Sterbehilfe. Die Gefühlslage meines Gegenübers erlebe [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">„Das könnte ich nicht…“ ist meist die erste Reaktion, wenn ich von meiner Arbeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin erzähle. Gefolgt von Fragen, wie es dazu kam, ob ich denn schonmal jemanden tot gesehen habe und der verirrten Annahme, dass ich Beihilfe zum Sterben leiste &#8211; resultierend aus der Verwechselung mit Sterbehilfe. Die Gefühlslage meines Gegenübers erlebe ich in diesen Momenten als Mischung aus Anspannung, Verlegenheit und Zurückhaltung, gepaart mit einer gewissen Selbstdistanz, die Tod und Sterben mit sich bringen.&nbsp;<br>Um die Situation zu entschärfen, lächle ich aufmunternd und bekräftige, dass mir sterbende Menschen keine Angst machen und der Tod nicht nur schwer und belastend sein muss. Außerdem bin ja nicht ich die, die bei dieser Arbeit stirbt.&nbsp;<br>Mein Gegenüber nickt &#8211; vielleicht anerkennend, vielleicht auch aus Meinungslosigkeit &#8211; sagt „ja crazy“ und ist erleichtert über einen Themenwechsel. Erleichtert, sich nicht weiter mit diesem belastenden Thema beschäftigen zu müssen, dass bei bloßer Erwähnung zu innerer Schwere und Enge führt.</p>



<div style="height:58px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Mysterium Sterben</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle bin ich immer wieder überrascht, wieviel Beklemmung Tod in uns auslöst und warum er keine Rolle in unserem alltäglichen Leben spielt; ist es doch das Einzige &#8211; wirklich einzige &#8211; was uns alle betrifft und erwartet.&nbsp;<br>Warum haben wir so große Angst davor? Diese Frage ist nicht wertend gemeint, vielmehr als Verwunderung bzw. Fakt. Und vielleicht auch die Antwort auf die Frage, wie ich dazu gekommen bin Sterbe- und Trauerbegleiterin zu werden: Aus dem Wunsch, dass Tod eine Rolle in meinem Leben spielen darf. Dass ich mich austauschen und in die Tiefe einsteigen kann. Dass ich Tod und Sterben erleben kann. Denn ich habe keine Angst vor dem Tod. Weder vor meinem eigenen noch vor dem anderer. Auch als ich selbst dem Tod sehr nah stand, hatte ich vieles aber keine Angst. Auch als meine Tochter gestorben ist, hatte ich vieles aber keine Angst.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann gibt es noch jene Gegenüber, die neugierig und offen reagieren &#8211; fast schon gewollt zustimmend.&nbsp;Von ihnen stammen die „Was sind so die letzten Worte“- Fragevibes, in Erwartung und Hoffnung, dass das Mysterium Sterben noch ein paar gute Geschichten und Erkenntnisse mit sich bringt. Sterbebegleitung scheint in ihren Augen etwas Heroisches zu sein, etwas für das man Mut braucht. Dabei wird vergessen, dass es nicht um meinen Mut und meine Erfahrung geht, sondern dass ich als Sterbebegleiterin für die sterbende Person einfach nur da bin. Dafür braucht es ehrlich gesagt wenig bis keinen Mut.&nbsp;<br>Beim Beantworten dieser Frage muss ich meist enttäuschen, denn diese romantische Vorstellung von einem Persönlichkeitswechsel am Lebensende, bei dem urplötzlich tiefe und wahrhaftige Versöhnung, Liebe und Frieden gelebt werden, habe ich persönlich noch nicht erlebt. Klar, gibt es die, die einfach nett und lieb sind und über ihre geliebten verstorbenen Ehepartner sprechen, sich auf ein Wiedersehen mit ihnen freuen und dem Tod nicht abgeneigt sind. Ich glaube jedoch, dass diese Art Mensch auch vor dem Tod bereits ein Leben geführt hat indem Platz für all das war.&nbsp;<br></p>



<h3 class="wp-block-heading has-medium-font-size"><em>&#8222;Ich bezweifle, dass der Tod die Magie besitzt aus jedem Menschen einen reflektierten, wohlwollenden Sterbenden zu zaubern, aus dem Weisheit sprudelt.&#8220;</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tod ist kein Mysterium, er ist Naturgegeben.&nbsp;<br>Ich verstehe die Frage nach den-letzten-Worten, ich verstehe, dass es spannend ist. Ich verstehe den indirekten Wunsch nach einem Beweis dafür, dass das Lebensende uns irgendwie befriedet. Und doch sollte das nicht der Antrieb sein, diese Arbeit zu machen. Denn die Besonderheit und auch Faszination des Sterbeprozesses andere, dient nicht meiner Bereicherung. Es ist irrelevant, ob jemand etwas Weises mit mir teilt, nicht mehr ansprechbar ist oder von den letzten Zügen der Demenz für uns nicht nachvollziehbare Dinge sagt. Palliativ bedeutet „umhüllen“, „schützen“ also etwas, was man offensichtlich für andere tut.&nbsp;</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die viel augenöffendere Erkenntnis dieser Arbeit war für mich, wie erschreckend alleine wir die Alten in unserer Gesellschaft sterben lassen.&nbsp;Und mit sterben meine ich nicht unbedingt, den akuten Sterbeprozess selbst, sondern die letzte Lebenszeit. Wir sind erstaunlich wenig bereit unsere Zeit mit den Alten zu teilen, ihnen zuzuhören und da zu sein, verglichen mit unserer Angst und Neugier, wie diese wohl das Sterben erleben.&nbsp;<br>Ich glaube, dass hier die Motivation meiner Arbeit liegt: Mein Wunsch nicht alleine zulassen. Denn es gibt einen feinen und doch signifikanten Unterschied zwischen alleine sein und alleine gelassen werden. Das gilt für Sterbende, genauso wie für die Hinterbliebenen.&nbsp;Dem Großteil unserer Gesellschaft fällt es wahnsinnig schwer Menschen in Tod und Trauer wirklich zu unterstützen. Wir haben keine Lust und auch keinen Umgang mit der anfänglich erwähnten Schwere, Enge, Unbeholfenheit und Belastung. Wenn überhaupt sehr begrenzt. Und das macht Sterben und Tod erst zu einem Problem.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading has-medium-font-size"><em>&#8222;Was uns nach dem Tod erwartet, bleibt ein Mysterium.&#8220;</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was uns nach dem Tod erwartet, bleibt ein Mysterium.<br>Alles rund ums Sterben, ist erst ein Mysterium geworden, nachdem wir es aus dem Haus verbannt und in Krankenhäuser, Pflegeheime und Hospize verlagert haben. Kaum einer hat heutzutage eine Leiche gesehen, gerochen, gefühlt. Die Normalität im Umgang mit Sterben wurde durch Ungewissheit und Angst ersetzt.&nbsp;</p>
</div>
</div>



<div style="height:58px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Mysterium Geburt</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Das Gleiche haben wir mit Geburt getan.&nbsp;<br>Zwischen 1950 und 1975 fand in Deutschland die flächendeckende Verlagerung der Geburtshilfe vom Haus in die Klinik statt. Grund war die Medikalisierung von Schwangerschaft und Geburt durch das Patriarchat. Ein vermeintlicher Luxus unserer westlichen Welt.&nbsp;Zuvor gebaren Frauen ihre Kinder zu Hause im Kreise andere Frauen: Großmütter, Tanten, Töchter, Mädchen. Schon im jungen Alter konnten Frauen Geburtserfahrung sammeln. Sie konnte erfahren, wie Geburtsschmerz aussieht, wie eine Geburt abläuft und dass ein Frauenkörper auf natürliche Weise ein Kind gebären kann. Diese Erfahrung der Natürlichkeit und weiblichen Urkraft fällt heutzutage weg und führt, ähnlich wie beim Sterben, zu viel Ungewissheit, Ängsten und Verantwortungsabgabe.&nbsp;<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitte nicht falsch verstehen, der medizinische Fortschritt soll an dieser Stelle nicht verteufelt werden. Wir verdanken ihm viele gerettete Leben. Problematisch wird es dann, wenn Schwangerschaft und Geburt nur noch aus medizinischer Sicht betrachtet werden und die eigenen Intuition der Frau an Vertrauenswürdigkeit und Aussagekraft verliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei mir als Frau stößt diese Entwicklung von Schwangerschaftsbetreuung und Geburtshilfe auf einen inneren Widerstand. Denn wieder einmal stellt sich mir die Frage: Wieso trauen wir uns das nicht zu? Wovor haben wir Angst?&nbsp;Hauptberuflich bin ich als Doula und Yogatherapeutin tätig.&nbsp;<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doula (altgriech.) bedeutet Dienerin der Frau. Heute versteht man unter einer Doula eine emphatische Fachperson, die Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft unterstützt und mit allem was da ist hält. Sie steht der Frau als Begleiterin an der Seite, für eine Reise, in der es viel Zuversicht, Vertrauen und Kraft braucht. &nbsp;<br>Auf den ersten Blick mag das der absolute Kontrast zur Sterbebegleitung sein. Auf den zweiten werden die Gemeinsamkeiten deutlich: Jemand, der durch Ungewissheit am Lebensanfang und Ende begleitet; notwendig, weil wir verlernt haben, diesen Situationen mit Natürlichkeit zu begegnen.&nbsp;</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="822" height="1024" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Closing-Ritual-Konstanz-1-822x1024.webp" alt="Holistic und Ayurvedic Doula - Closing Ritual zum Abschluss der Geburt - Konstanz" class="wp-image-1337" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Closing-Ritual-Konstanz-1-822x1024.webp 822w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Closing-Ritual-Konstanz-1-241x300.webp 241w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Closing-Ritual-Konstanz-1-768x957.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Closing-Ritual-Konstanz-1.webp 1000w" sizes="(max-width: 822px) 100vw, 822px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h4 class="wp-block-heading has-medium-font-size">Und manchmal fallen Anfang und Ende auch in eins.</h4>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Fachtherapeutin zur Begleitung bei perinatalem Kindstod (Fehlgeburten) erlebe ich die Gleichzeitigkeit von Leben und Tod. Frisch gebackene und gleichzeitig verwaiste Eltern. <br>Hier versteckt sich die vielleicht vermeintlich größte menschliche Angst: Den Tod des eigenen Kindes aushalten zu müssen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das beantwortet meine Frage wovor wir uns so sehr fürchten: Davor, dass etwas „schiefgeht“. Vor Fehlgeburt und Verlust. Alleine das Wort <em>Fehlgeburt</em> löst Grauen in uns aus. <br>Eine fehlerhafte Geburt? Ein Körper, der einen Fehler gemacht hat? Ein Kind, das fehlerhaft ist? Diese Assoziationen setze bei dem Wort Fehlgeburt ein. Dabei meint es vielmehr eine Geburt, bei der am Ende das Kind <em>fehlt</em>. Das Fehlen eines Kindes. Eine Frau, die zur Mutter wird, ohne Kind. Das ist eine Fehlgeburt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch dieses Thema stößt auf starres Unbehagen. Verständlicherweise, denn wer würde sich freiwillig für so ein Erlebnis melden? Auch unfreiwillig ist der Tod des eigenen Kindes keine leichte Kost. Das Wort Schicksalsschlag scheint für viele hier der treffende Ausdruck zu sein. Doch muss dieses Ereignis wirklich ein Schlag des Schicksals sein? Und wer wird geschlagen? Das tote Kind oder die zurückbleibenden Eltern? Was, wenn sich niemand geschlagen fühlt? Geschlagen im Sinne von Kraft, die heftig auf einen einwirkt &#8211; ja vielleicht. Geschlagen im Sinnen von aufgeben &#8211; nicht zwangsläufig.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div style="height:58px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Mysterium Dualität der Trauer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle möchte ich Mut machen, denn nun brauchen wir sie wirklich. Mut, sich selbst die Erlaubnis zu geben, auch die lichtvollen Seiten eines solchen Ereignisses zu sehen und anzuerkennen. Denn es gibt sie &#8211; wirklich. Diese Momente der Dualität, der Gleichzeitigkeit und Paradoxen. Schmerz kann neben Freude existieren, genauso wie Leid neben Liebe. <br>Trauer ist nicht einseitig, nicht linear. Trauer ist vielfältig und erlaubt Raum für weitere Gefühle. Das wissen und erleben nur die wenigsten, denn Trauer sperren wir grundsätzlich aus. Wir versuchen sie in Modelle zu pressen, um Leitlinien zu erschaffen, die uns sagen, wie wir mit dieser Schwere umgehen sollen, wo auf dem Weg der Besserung wir uns bereits befinden und ob wir richtig trauern.&nbsp;<br><br>Meine zweite Erkenntnis der Sterbe- und Trauerbegleitung lautet: Trauermodelle sind beklemmend und menschengemachter Druck. Jeder und jede trauert anders.<br>Lasst euch nicht täuschen: zu Lachen, Freude zu empfinden oder wieder motiviert zu arbeiten, bedeutet keine zwangsläufige Abwesenheit von Trauer und ist auch kein Verrat am toten Kind. Die Art der Trauer eines anderen, muss für einen selbst nicht nachvollziehbar oder „richtig“ sein. Wer bei Trauer wirklich unterstützen möchte, sollte seine eigenen Vorstellungen von Trauerbewältigung nicht projizieren. Denn diese hypothetisch, ausgedachten Erwartungen führen leider eher zu Unverständnis und Spaltung, als dass sie helfen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Offenheit in Momenten der Schwere zu bewahren, kann es helfen, anzuerkennen, dass ein Ereignis wie dieses in erster Linie eine Erfahrung ist. Eine Erfahrung, die frei von Bewertung für sich steht. Egal ob gut oder schlecht; Diese neutrale Sicht erlangen wir jedoch nur, wenn wir die Brille des Gesellschaftsblickes einmal absetzen und uns unser eigenes Bild machen. So besagt es die buddhistische Lehre des Yogas. Ein für mich sehr haltgebender Gedanke, bei dem es weniger um Schuld, Sünde oder die Gnade eines Erlösers geht.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-small-font-size"><blockquote><p><em><strong>&#8222;Wer offen bleibt, kann sein tot geborenes Kind in den Armen halten und neben Trauer, Schmerz und Fassungslosigkeit auch Freude, tiefe Liebe und Glück empfinden.  Auch wenn das schwer vorstellbar ist.&#8220;</strong></em></p></blockquote></figure>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="756" height="1024" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Leni-Yogi-Flow-N-Arts-Konstanz-scaled-1-756x1024.webp" alt="Doula, Yogatherapeutin, Konstanz, Roots" class="wp-image-1327" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Leni-Yogi-Flow-N-Arts-Konstanz-scaled-1-756x1024.webp 756w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Leni-Yogi-Flow-N-Arts-Konstanz-scaled-1-221x300.webp 221w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Leni-Yogi-Flow-N-Arts-Konstanz-scaled-1-768x1041.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Leni-Yogi-Flow-N-Arts-Konstanz-scaled-1-1133x1536.webp 1133w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/04/Leni-Yogi-Flow-N-Arts-Konstanz-scaled-1.webp 1300w" sizes="(max-width: 756px) 100vw, 756px" /></figure>
</div>


<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h5 class="wp-block-heading has-text-align-center">Geschrieben für das NUN Magazin (Juni, 2026) </h5>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mit Yoga Trauer begleiten</title>
		<link>https://roots-senseofself.de/2026/06/03/mit-yoga-trauer-begleiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 11:56:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Yogatherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einblicke in die praktische Arbeit der Yogatherapie. Trauer ist eine ganzheitliche Reaktion auf Verlust. Meist bezogen auf den Verlust eines geliebten Menschen, aber auch andere bedeutende Verluste, wie Gesundheit, Arbeit, Beziehungen, etc. können Trauergefühle auslösen.Trauer erleben wir in intensiven Formen verschiedener Emotionen: Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Angst, Einsamkeit, Wut, Schuld und Reizbarkeit. Alles Emotionen, die im ersten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Einblicke in die praktische Arbeit der Yogatherapie.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trauer ist eine ganzheitliche Reaktion auf Verlust. Meist bezogen auf den Verlust eines geliebten Menschen, aber auch andere bedeutende Verluste, wie Gesundheit, Arbeit, Beziehungen, etc. können Trauergefühle auslösen.<br>Trauer erleben wir in intensiven Formen verschiedener Emotionen: Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Angst, Einsamkeit, Wut, Schuld und Reizbarkeit. Alles Emotionen, die im ersten Moment unangenehm zu fühlen sind und einen negativen Beigeschmack haben. Was Emotionen eigentlich genau sind, wofür wir sie brauchen und wie wir einen Umgang auch mit den nicht-so-schönen Emotionen finden können, kannst du <a href="https://roots-senseofself.de/2026/03/28/tantrik-und-emotionen/" type="link" id="https://roots-senseofself.de/2026/03/28/tantrik-und-emotionen/">hier</a> lesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was passiert im Körper, wenn wir trauern?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation eines Verlusts verursacht eine physiologische Stressreaktion im Körper. Das Stresshormon Cortisol steigt und aktiviert den Alarmzustand des sympathischen Nervensystems. Der Körper reagiert mit den oben genannten Traueremotionen. Körperlich ist das durch eine steigende Herzfrequenz, einen erhöhten Blutdruck und bei anhaltender Trauer auch durch ein geschwächtes Immunsystem wahrzunehmen. Auch Schlafstörungen, Appetitverlust, Muskelverspannungen sowie Magen-Darm-Probleme sind körperliche Symptome von Trauer. Gleichzeitig sinkt der Serotonin-, Dopamin-, Oxytocin- und Endorphinanteil, was sich in Stimmungseinbrüchen, Antriebslosigkeit, erhöhter Schmerzempfindlichkeit sowie einem sozialen Getrenntheitsgefühl oder Einsamkeit äußert. Das parasympathsiche Nervensystem wird blockiert als hätte der Körper verlernt sich zu entspannen. <br>Mehr Infos zu den unterschiedlichen Wirkungen des sympathischen und parasympathischen Nervensystem, findest du <a href="https://roots-senseofself.de/2026/03/09/gesunde-atmung/" type="link" id="https://roots-senseofself.de/2026/03/09/gesunde-atmung/">hier</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trauer beeinflusst das Denken, die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis. Dazu gehören Wahrnehmensveränderungen, wie Leere oder Unrealität aber auch&nbsp;kreative und reflektierende Prozesse, wie Neubewertungen von Sinn und Zielen (bei frei fließender Trauer).&nbsp;Übermäßig chronische Trauer, die unterdrückt wird, kann zu Depression oder Angststörungen führen.&nbsp;</p>



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</div>



<h2 class="wp-block-heading">Trauer verarbeiten: Praktische Übungen aus der Yogatherapie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir trauern, verspannt sich unser Körper. Wir ziehen uns zusammen, als wollten wir innerlich verschwinden. Das Gefühl zusammen zu sacken spiegelt sich in Verspannungen entlang von Rücken, Schultern und Kiefer wider und führt gleichzeitig zur Einengung der Körpervorderseite, das zu einer Verspannung unserer Hauptatemmuskels, dem Zwerchfell, führt. Wir spüren diese Verspannung als Engegefühl in der Brust, dass uns nur schwer atmen lässt. Auch im Gesicht ist die Wirkungen von Trauer gut erkennbar &#8211; Verspannungen von Stirn und Kiefer sorgen für die klassische „Sorgenfalte“.&nbsp;<br>Dass sich genau diese Körperpartien verspannen, liegt an einer speziellen muskulären Reaktion des Körpers auf Trauergefühle. Diese lässt sich anhand des Fasziensystems erklären.&nbsp;<br></p>



<h3 class="wp-block-heading">Fasziensturktur</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die vordere Tiefenleitbahn (deep front) beginnt an der Fußsohle und verläuft entlang der Schienbeine (Tibia), weiter entlang der Oberschenkelinnenseiten (Adduktoren), umspannt den Beckenboden sowie den Psoas, weiter entlang der inneren Bauchdecke, Zwerchfell und endet im Bereich des Mundbodens am Kiefer.&nbsp;Ihre Aufgabe ist es, den Körper von innen zu stabilisieren &#8211; besonders für Haltung, Atmung und „innere Aufrichtung“<br>Wir erleben die Verspannung dieser Faszienkette vorallem in Momenten des Schrecks, wenn sich der Körper reflexartig zusammenzieht, um die Organe zu schützen (z.B. bei ein lauten Knall). Auch bei emotionalem Schreck, wie Verlust, reagiert die vordere Tiefenleitbahn.&nbsp;<br>Um Fasziengewebe nach Verspannung, Verklemmungen und Dehydration wieder zu lockern und zu lösen, können wir viel mehr tun als herkömmliche Dehnung oder Massage.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading has-text-align-left">Langsame und langanhaltende Dehnung</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>aktiviert Parasympathikus</li>



<li>entklebt das Fasziengewebe</li>



<li>funktioniert nur, wenn man sich wirklich darauf einlässt und nicht &#8222;gegenhält&#8220; </li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading has-text-align-left">Mechanischer Druck</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>durch Druck von z.B. Massagebällen/ Rollen wird die Lymphe angeregt und lässt „frische“ Flüssigkeit ins Gewebe störte</li>



<li>Neuausrichtung der Fasziensturktur&nbsp;</li>



<li>Regeneration durch Flüssigkeitsaustausch</li>
</ul>
</div>
</div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading has-text-align-left">Dynamische Ganzkörperbewegungen</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>tanzen, schütteln, freies Kreisen</li>



<li>erhöht die Elastizität der Muskel-Sehnenansätze</li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading has-text-align-left">Exzentrische Kontraktion</h4>



<ul id="block-1c7101fa-2199-41cf-ba0e-828cbba52c96" class="wp-block-list">
<li>Der Muskel kontrahiert (spannt an) während er gleichzeitig verlängert wird</li>



<li>effektivste Form der Dehnung&nbsp;</li>
</ul>
</div>
</div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading has-text-align-left">Körperwahrnehmung</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>langsam durchgeführte Mikrobewegungen ermöglichen „Reinspüren“ und präzises Ansteuern einzelner Faszien</li>



<li>„Nachspüren“ nach Bewegungen&nbsp;</li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Asanas &amp; Prananyama</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-zur-Begleitung-von-Trauer-Konstanz-roots-1024x683.webp" alt="Yogatherapie zur Begleitung von Trauer - Konstanz -roots" class="wp-image-1270" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-zur-Begleitung-von-Trauer-Konstanz-roots-1024x683.webp 1024w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-zur-Begleitung-von-Trauer-Konstanz-roots-300x200.webp 300w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-zur-Begleitung-von-Trauer-Konstanz-roots-768x512.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-zur-Begleitung-von-Trauer-Konstanz-roots-1536x1024.webp 1536w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-zur-Begleitung-von-Trauer-Konstanz-roots-2048x1365.webp 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-pullquote has-text-align-left"><blockquote><p>Für die Yogatherapie bedeutet das übersetzt, langsam und fokussiert zu praktizieren. Wir wollen den Körper sanft öffnen, ihm Stabilität und Sicherheit schenken, sowie viel Raum zum Fließen und Loslassen geben. Geeignete Yogaformen sind Hatha, Yin und weitere restorative Yogarichtungen.&nbsp;</p></blockquote></figure>
</div>
</div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Fußsohle</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>mit Massageball ausrollen</li>



<li>im Stand (Tadasana) oder in der stehenden Vorbeuge ( Uttanasana) das Gewicht auf den Fußsohlen ausbalancieren; Zehen spreizen</li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Adduktoren</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Schmetterlingsvorbeuge</li>



<li>sitzende/ stehende Grätsche</li>
</ul>
</div>
</div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Beckenboden</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>tiefe Hocke (Malasana) mit Fokus auf Entspannung des Beckenbodens</li>



<li>Visualisierung eines Lichtpunktes, der mit der Einatmung im Beckenraum aufleuchtet und mit der Ausatmung sein Licht dimmt</li>



<li>liegende Göttin mit Fokus auf Entspannung der Oberschenkel und des Gesäßes&nbsp;</li>



<li>stehende Göttin mit Fokus auf Kraft in den Oberschenkelinnenseiten durch Aktivierung der Fußaußenkanten im Boden&nbsp;</li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Bauchdecke</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Anahata</li>



<li>Spinx</li>



<li>Kobra (Bhujangasana)</li>



<li>Heuschrecke (Shalabasana)</li>
</ul>
</div>
</div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Zwerchfell</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Vollatmung (Maha Pranayama)</li>



<li>drei teilige Atmung (Tipp: Hände auf Bauch oder Rippen für Feedback)&nbsp;</li>



<li>sitzende/ stehende/ liegende Drehungen mit Fokus auf tiefer Bauchatmung&nbsp;</li>



<li>Sidestretch mit Fokus auf Länge und Atmung in die Öffnung&nbsp;</li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Mundboden/ Kiefer</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kopf/ Nacken kreisen&nbsp;</li>



<li>Simhasana (Löwenatmung) mit Fokus auf der Entspannung des Kiefers</li>



<li>Khechari Mudra mit Fokus auf der Entspannung des Kiefers</li>
</ul>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>weitere Übungen</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Schütteln</li>



<li>Wahrnehmungsübungen: Yoga Nidra, Body Scan</li>



<li>Nadi shodana (Wechselatmung) für emotionale Balance</li>



<li>Interozeptives Training (Emotionen erkunden)&nbsp;</li>



<li>Journaling, Reflexion, Austausch&nbsp;</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Studien belegen, dass Yoga in seiner Ganzheitlichkeit signifikant Trauer- und Depressionssymptome reduzieren und lindern kann. Es unterstützt die emotional-körperliche Verarbeitung, schafft ein Gefühl von Verbundenheit und stärkt die Selbstwirksamkeit. Yogatherapie lindert durch Trauer ausgelöste Stressreaktionen und unterstützt den Akzeptanzprozess des Verlustes.&nbsp;</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li>Goveas, J. S., et al. (2025). <em>Iyengar yoga and health education interventions for prolonged grief disorder in later life</em>. Scientific Reports.</li>



<li>Philbin, M. (2009). <em>Transpersonal integrative yoga therapy: A protocol for grief and bereavement</em>. International Journal of Yoga Therapy, 19, 87–94.</li>



<li>Thieleman, K., &amp; Cacciatore, J. (2022). <em>Bereaved parents’ perceptions of a mindfulness-based retreat</em>. Death Studies.</li>



<li>Bonanno, G. A., &amp; Kaltman, S. (2001). <em>The varieties of grief experience</em>. Clinical Psychology Review, 21(5), 705–734.</li>



<li>O’Connor, M.-F., Wellisch, D. K., Stanton, A. L., et al. (2003). <em>Depressive symptomatology, autonomic function, and stress in bereavement</em>. Psychosomatic Medicine, 6<strong>5</strong>, 85–91.</li>



<li>Shear, M. K. (2012). <em>Complicated grief</em>. New England Journal of Medicine, 366, 903–910.</li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Angst vor der eigenen Schöpferkraft</title>
		<link>https://roots-senseofself.de/2026/05/06/die-angst-vor-der-eigenen-schoepferkraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 11:02:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Doula]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://roots-senseofself.de/?p=1181</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Essay über die Ängste in unserer Geburtskultur. Doula (altgriech.) bedeutet Dienerin der Frau. Heute versteht man unter einer Doula eine emphatische Fachperson, die Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft unterstützt und mit allem was da ist hält: Ängste, Hoffnung und Schmerz. Sie steht der Frau als Begleiterin an der Seite, für eine Reise, in [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Essay über die Ängste in unserer Geburtskultur. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doula (altgriech.) bedeutet Dienerin der Frau. Heute versteht man unter einer Doula eine emphatische Fachperson, die Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft unterstützt und mit allem was da ist hält: Ängste, Hoffnung und Schmerz. Sie steht der Frau als Begleiterin an der Seite, für eine Reise, in der es viel Zuversicht, Vertrauen und Kraft braucht.  Die Unterstützung umfasst dabei vor allem die emotionale Ebene. Wer nun denkt, dass es fürs „Gefühle halten“ keine Fachperson braucht, bewertet aus Sicht unserer patriarchalen Gesellschaft, in der sogar schwanger sein und gebären mit einem Leistungsgedanken verbunden sind. Wie es zu dieser Sicht auf die Geburtshilfe kam, kannst du <a href="https://roots-senseofself.de/2026/03/11/warum-schwangerschaft-und-geburt-ihre-natuerlichkeit-verloren-haben/">hier</a> lesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fehler in unserer Geburtskultur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Wirkkraft einer Doula zu verstehen, bedarf es einen kurzen Abstecher in die Geschichte der Geburtskultur. Schwangerschaft und Geburt sind ur-natürliche Prozesse, die seit jeher existieren und funktionieren. Sie funktionieren nicht, weil wir passende Technologie  o.ä. entwickelt haben, sondern weil es Physiologie ist. Schon immer waren Frauen schwanger und haben Kinder geboren.<br>Der große Unterschied zwischen heute und damals liegt in der Art und Weise, wie wir als Gesellschaft Schwangerschaft und Geburt betrachten, bewerten und behandeln. <br>Galt Schwangerschaft und Geburt als natürliches physiologisches Ereignis, so hat man heutzutage fast das Gefühl, es wäre eine menschliche Errungenschaft. Etwas, dass nur funktioniert, weil es der Mensch durch Kontrolle und Optimierung möglich macht.  <br>Wir behandeln „Schwangerschaftssymptome“ als wären sie Krankheiten. Dabei sind sie das Gegenteil: Sie sind die Anpassung deines Körpers an die Schwangerschaft. Eine Bestätigung, dass du schwanger bist und dein Körper weiß, was zu tun ist. Wir greifen ein, bevor ein mögliches Risiko besteht; sicherheitshalber, dass es gar nicht erst zu vermeintlichen Risiken kommt. <br>Wir versuchen Schmerz zu vermeiden und Tod zu verhindern. <br>Wir vergessen, dass Fehlgeburt zur Fruchtbarkeit dazugehört und geben alle Verantwortung an die Medizin ab. Wir planen, überwachen und bestimmen.Fast so, als wollten wir die Ursprünglichkeit austricksen um all das vermeintlich Negative zu umgehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau hier liegt der Verdreher: <em>wir haben vergessen, dass es nie darum ging</em>, aus diesem Erlebnis etwas perfekt Planbares zu machen, sondern, dass der Übergang einer Frau zur Mutter &#8211; die Geburt eines Lebewesens &#8211; außerhalb der menschlichen Kontrolle liegt. Qualitäten, wie Hingabe, Mut und Vertrauen sind das viel dringlichere Gut. Wir überschätzen das Wissen der männlich geprägte Medizin und unterschätzen die Schöpferkraft der Frau. Dabei würde es sich ziemlich lohnen, diesen Qualitäten mehr Raum und Relevanz zuzusprechen, sie zu erlernen und zu kultivieren &#8211; haben sie uns doch ganz so weit gebracht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Menschengedenken gebären Frauen im Kreis von anderen Frauen. Töchter, Mütter, Tanten, Omas. Frauen sammelten Geburtserfahrung, lange bevor sie selbst gebaren. Sie wussten, was es braucht und wie es geht. Sie wussten, um die Kraft der Frau. Denn sie haben sie erlebt.&nbsp;Im Gegensatz zu den heutigen Frauen: über 98% aller Frauen in Deutschland gebären ihr Kind im Krankenhaus.&nbsp;<br>Reale Geburtserfahrung zu sammeln und so Vertrauen in die weibliche Kraft zu gewinnen, ist schlussfolgernd kein Teil unserer Geburtskultur mehr.&nbsp;<br>Die Folgen dieser fehlenden Erfahrung äußern sich in Angst: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Angst vor dem Unbekannten.<br>Angst vor Verlust.<br>Angst vor Schmerz.&nbsp;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ängste in der Schwangerschaft&nbsp;</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Angst vor Ungewissheit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Universelle Sorgen, wie, „Wie wird die Geburt verlaufen?“, „Werde ich eine gute Mutter sein?“  oder „Was wird aus XY?“ spiegeln sich in der Angst vor dem Ungewissen wider. Unser Körper reagiert mit Herzrasen, unser Atem beschleunigt sich und der Körper sende Stresssignale aus. Alles Reaktionen, die durch das Bedrohungsgefühl des Unbekannten ausgelöst werden und in Angst enden. Auch die Angst Kontrolle zu verlieren, das Kind zu verlieren oder gar das eigene Leben, sind typische Verlustängste, die von Ungewissheit ausgelöst werden.<br>Dabei ist eins wichtig zu verstehen: <br><strong><em>Ungewissheit ist keine Lebensbedrohung</em></strong>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungewissheit ist in erster Linie ein Raum, der Chancen und Möglichkeiten enthält. Nur weil etwas unbekannt ist, ist es nicht automatisch schlecht, gefährlich, negativ oder bedrohlich. Was es für uns bedrohlich macht, ist die Tatsache, dass Ungewissheit nicht kontrollierbar ist &#8211; der Inbegriff von Kontrollverlust. Was wir aber kontrollieren können, ist, wie wir Ungewissheit betrachten und ihr begegnen. Am besten mit Neugier und Vertrauen. <br>Denn hinter der Angst vor dem Unbekannten liegen Botschaften. Manchmal wollen sie uns vor etwas beschützten, mal auf etwas hinweisen. Wenn wir uns trauen der Angst neugierig und ehrlich zu begegnen, erkennen wir, auf welche Bedürfnisse sie uns hinweisen und wovor sie uns beschützen möchte und können dementsprechend reagieren.  </p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Der Angst einen Weg aus dem System geben:&nbsp;</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Spüre all die Anzeichen von Angst in deinem Körper, all die Anspannung. Spüre in jedes Körperteil. Wo spürst du die Angst am meisten?&nbsp;</li>



<li>Statt dich dagegen zu wehren, es abzulehnen, loswerden zu wollen, bleibe und atme in das Gefühl hinein.</li>



<li>Erkunde das Gefühl: wie sieht es aus? Welche Form hat es? Welche Farbe? Wie bewegt es sich? Welche Oberfläche hat es? Welche Temperatur? Zoom richtig dran und beschreibe für dich in einfachen Worten.&nbsp;</li>



<li>Und während du erkundest, löse dich von der Geschichte, die dahinter steckt. Einfach nur erkunden und beschreiben.</li>



<li>Egal was kommt, ob du weinen, lachen, gähnen oder dich ausschütteln, strecken oder tanzen magst, go for it.</li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Angst vor Geburtsschmerz&nbsp;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Angst vor Schmerz empfinden viele Frauen als große Bedrohung, was nachvollziehbar ist &#8211; versuchen wir doch um jeden Preis Schmerz zu vermeiden. Egal ob körperlich oder seelisch: taucht Schmerz in unserem Leben auf, wird er meist von Angst und Furcht begleitet.&nbsp;<br>Auf den Geburtsschmerz bezogen, liegt hier ein großes Missverständnis vor. Denn wie bei allen Übergangsriten, sind Unannehmlichkeiten ein Teil davon, um auf die andere Seite zu gelangen. Ein Mensch zu gebären, findet auf allen Ebenen und mit allem was wir empfinden können, statt. Das Gefühl von Schmerz gehört ebenso dazu, wie das tiefe Gefühl von Liebe und Erleichterung. Schmerz zu vermeiden, nur weil wir ihn als solches empfinden, ist nicht immer das Ziel. Vielmehr können wir das Schmerzempfinden verändern, in dem wir ihn umdeuten und als Teil der Initiation anerkennen.&nbsp;<br></p>



<h4 class="wp-block-heading">Schmerz verstehen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste wichtig Erkenntnis in Bezug auf die Umdeutung von Schmerz lautet. Schmerzgefühle signalisieren Geburtsfortschritt und haben eine funktionelle Rolle. Dieser entsteht durch Muskelarbeit, Dehnung und Druck, die notwendig sind, damit das Baby geboren werden kann.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kontraktion der Gebärmutter: Die Muskelfasern ziehen sich rhythmisch zusammen, um den Muttermund zu öffnen und das Baby nach unten zu bewegen. Dabei wird das Gewebe stark beansprucht – das verursacht Schmerz.</li>



<li>Dehnung des Muttermundes: Während der Geburt wird der Muttermund auf etwa 10 cm gedehnt. Diese starke Dehnung aktiviert Schmerzrezeptoren.</li>



<li>Druck des Baby im Becken: Der Kopf des Babys drückt auf Beckenstrukturen, Nerven und Bänder.</li>



<li>Dehnung von Vagina und Damm: In der Austreibungsphase wird dieses Gewebe stark gedehnt, was ebenfalls Schmerzsignale auslöst.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Art von Schmerz lässt sich nicht mit Schmerz durch z.B. externe Gewalt vergleichen.<br>Auch können wir diese Form des Schmerzes sehr gut durch bestimmte Techniken, wie Atmung, Bewegung, Wärme oder Visualisierung lindern.&nbsp;Erlauben wir dem Schmerz da zu sein, fürchten wir uns nicht mehr vor ihm, sondern können seine transformative Kraft nutzen.&nbsp;</p>
</div>
</div>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p><strong><em>„Ich erlaube dem Schmerz dazu sein, weil er mir hilft, mein Kind zu gebären.“&nbsp;</em></strong><br><br><strong><em>„Mein Körper weiß, wie er mein Baby zur Welt bringt – so wie es schon unzählige Frauen vor mir geschafft haben.“</em></strong></p></blockquote></figure>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="686" height="1024" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Doula-Begleitung-in-der-Schwangerschaft-roots-konstanz-686x1024.webp" alt="Angst vor Geburtsschmerz - Doula Begleitung in der Schwangerschaft und Geburt für mehr Vertrauen - Konstanz" class="wp-image-1184" style="aspect-ratio:3/4;object-fit:cover" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Doula-Begleitung-in-der-Schwangerschaft-roots-konstanz-686x1024.webp 686w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Doula-Begleitung-in-der-Schwangerschaft-roots-konstanz-201x300.webp 201w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Doula-Begleitung-in-der-Schwangerschaft-roots-konstanz-768x1146.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Doula-Begleitung-in-der-Schwangerschaft-roots-konstanz-1030x1536.webp 1030w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Doula-Begleitung-in-der-Schwangerschaft-roots-konstanz-1373x2048.webp 1373w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Doula-Begleitung-in-der-Schwangerschaft-roots-konstanz-scaled.webp 1716w" sizes="(max-width: 686px) 100vw, 686px" /></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="686" height="1024" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Konstanz-roots-686x1024.webp" alt="Ängste in der Schwangerschaft -Soulhealing-Hypnotherapie-Emotional Release- Kosntanz-roots" class="wp-image-983" style="aspect-ratio:3/4;object-fit:cover" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Konstanz-roots-686x1024.webp 686w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Konstanz-roots-201x300.webp 201w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Konstanz-roots-768x1146.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Konstanz-roots-1030x1536.webp 1030w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Konstanz-roots-1373x2048.webp 1373w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Konstanz-roots-scaled.webp 1716w" sizes="(max-width: 686px) 100vw, 686px" /></figure>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Einfluss einer Doula-Begleitung auf die Schwangerschafts- und Geburtserfahrung&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Studien belegen, dass Frauen mehr Angst vor der Geburt haben, je stärker sie Geburt als medizinischen Prozess wahrnehmen. Frauen, die Geburt eher als natürlichen Vorgang betrachten, haben tendenziell weniger Angst und fühlen sich besser vorbereitet.&nbsp;Verständlich, da eine risikobehaftete medizinische Prozedur mit deutlich mehr Schmerz assoziiert ist, als ein natürlicher physiologischer Prozess. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zur anfänglichen Frage, warum es eine Fachperson für die Begleitung von Gefühlen einer schwangeren Frau braucht.&nbsp;Der Text belegt, dass Frauen durch das Miterleben von Geburten, ein natürliches und vertrauensvolles Verständnis von Geburt entwickeln. Sie sammeln die Erfahrung, dass weibliche Körper in der Lage sind ein Kind zu gebären, lernen diesem zu vertrauen und Geburtsschmerz einzuordnen.Bleibt diese Erfahrung aus, bedeutet Geburt in erster Linie Ungewissheit und Angst.&nbsp;Diesen Ängste versuchen wir mit medizinsicher Kontrolle entgegenzuwirken, was zu einem vollkommenen Vertrauensverlust führt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Frauen resultiert das in emotionaler Unsicherheit, erhöhter Unzufriedenheit der Geburtserfahrung, höheren Risiken für postpartale Angst und Depression sowie höheren medizinischen Interventionsraten. Diese Resultate unterstreichen die Relevanz von Vertrauen auf dem Weg in die Mutterschaft. Und solange unser System das nicht erkennt, brauche es Doulas oder andere Anlaufstellen, die das Vertrauen bewahren bzw. zurückerlangen, um Frauen an ihre Schöpferkraft zu erinnern. Eine Kraft, voller Selbstwirksamkeit und Verbindung.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p><br><strong><em>„ Slowing down and connecting with deep inner wisdom is far more important than consuming endless information.“</em></strong></p></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist faktisch belegt, dass eine Frau, die von einer Doula begleitet wird:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>verbesserte psychosoziale Unterstützung und Geburtszufriedenheit&nbsp;</li>



<li>mehr Selbstwirksamkeit in Entscheidungsprozessen&nbsp;</li>



<li>erhöhtes Sicherheitsgefühl durch Vertrauen und Verbindung&nbsp;</li>



<li>verringerte Notwendigkeit von medizinischen Interventionen (Schmerzmittel, Kaiserschnitt, etc.) <sup data-fn="10a5f715-06da-45d9-a773-d237bd8d8fa3" class="fn"><a id="10a5f715-06da-45d9-a773-d237bd8d8fa3-link" href="#10a5f715-06da-45d9-a773-d237bd8d8fa3">1</a></sup></li>



<li>reduziertes PTSD-Risiko für postnatale Angst und Depression&nbsp;</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die positiven Auswirkungen vom „Gefühle halten“ sind wissenschaftlich belegt und ziemlich deutlich.&nbsp;<br>Umfangreiche, lückenlose und ganzheitliche Begleitung findest du <a href="https://roots-senseofself.de/doula-konstanz/">hier</a>. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<ul class="wp-block-list has-small-font-size">
<li class="has-small-font-size">Çubukçu, B., &amp; Şahin, S. A. (2025).<br>The effect of pregnant women’s childbirth beliefs on fear of childbirth. <em>Women&#8217;s Studies International Forum</em>. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31858891/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31858891/</a></li>



<li class="has-small-font-size">Lai, X., et al. (2025).<br>The association between doula care and childbirth-related PTSD symptoms. <em>Birth</em>. <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539524001559">https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539524001559</a></li>



<li class="has-small-font-size">Westergren, A., et al. (2021).<br>Exploring the medicalisation of childbirth through women’s preferences for and use of pain relief. <em>Women and Birth</em>. <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1871519219310893">https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1871519219310893</a></li>



<li class="has-small-font-size">Doula care: A review of outcomes and impact on birth experience. (2023).<br><em>PubMed</em>. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36786720/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36786720/</a></li>



<li class="has-small-font-size">The Effect of Doulas on Maternal and Birth Outcomes: A Scoping Review. (2022).<br><em>PMC Free Full Text</em>. <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10292163/">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10292163/</a></li>
</ul>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="10a5f715-06da-45d9-a773-d237bd8d8fa3"> <a href="#10a5f715-06da-45d9-a773-d237bd8d8fa3-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren">↩︎</a></li></ol>


<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Studien der Cochrane Collaboration (2017): n = 15.000 Frauen in 17 Ländern. </p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">50% weniger Kaiserschnitte</li>



<li class="has-small-font-size">41% weniger Verwendung von Saugglocke oder Zange</li>



<li class="has-small-font-size">39% weniger Verwendung von zehenfördernden Mitteln</li>



<li class="has-small-font-size">60% weniger Nachfrage nach PDA</li>



<li class="has-small-font-size">28% weniger bedarf an jeglichen Schmerzmitteln</li>



<li class="has-small-font-size">25%&nbsp; kürzere Geburtsdauer</li>



<li class="has-small-font-size">33% weniger schlechte Geburtserfahrung&nbsp;</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leid im Kinderwunsch (Teil 2)</title>
		<link>https://roots-senseofself.de/2026/04/14/umgang-mit-leid-im-kinderwunsch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leni]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 11:26:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderwunsch]]></category>
		<category><![CDATA[Yogatherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 1 der Reihe liefert uns die Erkenntnis, dass ein unerfüllter Kinderwunsch zu Leid führt, wenn aus dem Wunsch ein Verlangen wird. Verlangensgefühle sind besonders stark anhaftende Gefühle, da sie von einer Notwendigkeit ausgehen.&#160;Diese Notwendigkeit entsteht im Ego und folglich im Geist.&#160;Die Schlussfolgerung ist offensichtlich: Wie können wir unseren Geist kontrollieren?&#160;Die Antwort auf diese Frage [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Teil 1 der Reihe liefert uns die Erkenntnis, dass ein unerfüllter Kinderwunsch zu Leid führt, wenn aus dem Wunsch ein Verlangen wird. Verlangensgefühle sind besonders stark anhaftende Gefühle, da sie von einer Notwendigkeit ausgehen.&nbsp;<br>Diese Notwendigkeit entsteht im Ego und folglich im Geist.&nbsp;Die Schlussfolgerung ist offensichtlich: Wie können wir unseren Geist kontrollieren?&nbsp;Die Antwort auf diese Frage finden wir im Yoga sowie der buddhistischen Lehre.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Weg raus aus dem Leid</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Buddha sagt: „There is a path to end suffering.“&nbsp;<br>Das Stichwort lautet Non-Attachment und bedeutet das Auslöschen von Gier, Hass und Ungewissheit. Gefühlszustände, die durch Gedanken des Egos und seine falsche Einschätzung von Notwendigkeiten entstehen.&nbsp;Der Weg raus aus dem Leid umfasst Weisheit, Ethik und mentale Disziplin. Weisheit bezieht sich dabei auf das Verstehen der Wahrheit: Die Wahrheit von Vergänglichkeit und dem No-Self.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das buddhistische No-Self ist ein zentraler Kerngedanke, der besagt, dass das Individuum kein festes, permanentes „Ich“ besitzt, sondern aus Gefühlen, Wahrnehmung, mentaler Formation sowie Bewusstsein definiert ist. Diese befinden sich im stetigen Wandel, sodass es kein starres „Selbst“ gibt.&nbsp; <br>Folglich bringen uns übertriebene Triebe, wie Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung, vom Weg ab. Sie verhindern, dass wir auf das Unkontrollierbare mit Akzeptanz reagieren können, da wir nur um das „Selbst“ kreisen.&nbsp;Viel mehr gilt es Gleichmut und Akzeptanz zu kultivieren, um die Unvollkommenheit des Lebens wahrhaftig anzuerkennen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„We need to be gentle, patient and persistent with ourselves. What makes a mother calm? When she accepts whatever life presents her. Unexpected or unwanted events don’t rattle her.&nbsp;Because life is play, not work.“&nbsp;</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Kontrolle über den Geist </h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichmut zu kultivieren erfordert mentale Disziplin.&nbsp;Wir können zwar nicht das Leben kontrollieren, aber durchaus unseren Geist. Den Geist zu kontrollieren, bedeutet unweigerlich Einfluss auf unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen zu erlangen.&nbsp;Eine Form von absoluter Freiheit und Zufriedenheit, an die keine Selbstoptimierung je heran kommt.&nbsp;<br>Die Crux: Seinen Geist zu kontrollieren erfordert lebenslanges Üben. Tagtäglich.&nbsp;<br>Ziel ist es, unbewusstes Denken gezielt zu erkennen und durch seine bloße Wahrnehmung die Kontrolle über die Gedanken zurückzuholen.&nbsp;<br>Warum ist das so wichtig?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Gedanken haben größtenteils nichts mit der Gegenwart zu tun. Sie erzählen uns eine höchst spannende Geschichte aus der Vergangenheit oder beziehen sich auf die Zukunft, lösen in uns aber Gefühle aus, die wir im Jetzt spüren.&nbsp;Das heißt, wir erleben Gefühle, deren Ursprung nichts mit dem Jetzt zu tun hat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiel: Du sitzt gemütlich auf der Couch und plötzlich wandern deine Gedanken zum morgigen Zahnartztermin. Du empfindest Angst, deine Brust zieht sich zusammen und deine Laune ist bedrückt, während du doch eigentlich in Sicherheit auf deiner Couch sitzt.&nbsp;Das ist eine wahnsinnige Macht, die unsere Gedanken über unsere Lebensqualität hat. Vor allem, wenn sie unbemerkt und unaufhaltsam die volle Freiheit genießt.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Konkrete Umsetzung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Training der Gedankenkontrolle basiert auf der Schulung der eigenen Wahrnehmung und Achtsamkeit.&nbsp;Um etwas wirklich wahrnehmen zu können, braucht es Konzentration und Fokus (Dharana).&nbsp;<br>Yoga in seiner Gesamtheit ist genau das: eine Wegbeschreibung, wie wir Dharana fördern können, um den Zustand der Meditation (=Gedankenkontrolle) zu erreichen. Haltungen (Asanas), Atmung (Pranayama) sowie eine achtsame Weise mit sich und anderen zu leben (Mamas &amp; Niyamas), bilden die Substanz. Sie dienen als Vorbereitung für Meditation und helfen Dharana zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür braucht es nicht unbedingt eine Yogamatte. Vielmehr geht es darum, das alltägliche Leben meditativ zu erleben. Praktisch bedeutet das, das Leben mit all seinen Stimulationen zu nutzen, indem wir sie wahrnehmen, um unserem Geist etwas zum Fokussieren zu geben und ihn so im Moment zu halten. Es geht nicht darum, vor dem Lärm wegzurennen, sondern den Lärm als Erinnerungshilfe für die Gegenwart zu nutzen. So integrieren wir Meditation und die Kontrolle von Fokus immer wieder in den Alltag.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„The challenge is to remember to remember.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wann immer du z.B. Warten musst, nutze den Moment, um deinen Körper wahrzunehmen. Welche Muskeln sind angespannt? Wie ist deine Haltung? Entspanne bewusst dein Gesicht. Nimm deine Umgebung wahr. Was fällt dir auf? Nimm deine Atmung wahr. Es gibt so viel, was JETZT in diesem Moment stattfindet.&nbsp;<br>Und in den allermeisten Fällen, fehlt es uns im Jetzt an nichts. &nbsp;</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-2-Konstanz-roots-1024x683.webp" alt="Yogatherapie-Konstanz-roots" class="wp-image-1005" style="aspect-ratio:16/9;object-fit:cover" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-2-Konstanz-roots-1024x683.webp 1024w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-2-Konstanz-roots-300x200.webp 300w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-2-Konstanz-roots-768x513.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-2-Konstanz-roots-1536x1025.webp 1536w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yogatherapie-2-Konstanz-roots-2048x1367.webp 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Als <a href="https://roots-senseofself.de/yogatherapie">Yogatherapeutin</a> und <a href="https://roots-senseofself.de/doula">Doula</a> begleite ich dich auch gerne im Kinderwunsch. &nbsp;</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h4 class="wp-block-heading has-small-font-size">Quellenverzeichnis</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Wischmann, T. (2024): Psychological aspects of infertility. <em>medizinische genetik</em>, 36(1), S. 171–177. </li>



<li class="has-small-font-size">Napthai, S. (2010): The complete Buddhism for mothers. Australia: Allen &amp; Unwin</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading has-small-font-size">Bildnachweis </h4>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Clara Felder @lavieclaire</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://roots-senseofself.de/2026/04/14/umgang-mit-leid-im-kinderwunsch/">Leid im Kinderwunsch (Teil 2)</a> erschien zuerst auf <a href="https://roots-senseofself.de">Roots</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leid im Kinderwunsch (Teil 1) </title>
		<link>https://roots-senseofself.de/2026/04/14/leid-im-kinderwunsch-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leni]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 09:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderwunsch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer Welt, in der scheinbar alles möglich ist, in der jeder alles sein will, alles haben will;&#160;In der Selbstverwirklichung ein Trend ist, getarnt unter dem Denkmantel der Selbstbestimmung;In dieser Welt gibt es unendlich viel Leid.&#160;Leid in Form von Enttäuschung, Kontrollverlust, Unzufriedenheit und Irritation.Eine Personengruppe leidet unter diesem gesellschaftlichen Druck der Selbstverwirklichung ganz besonders: Frauen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In einer Welt, in der scheinbar alles möglich ist, in der jeder alles sein will, alles haben will;&nbsp;In der Selbstverwirklichung ein Trend ist, getarnt unter dem Denkmantel der Selbstbestimmung;In dieser Welt gibt es unendlich viel Leid.&nbsp;Leid in Form von Enttäuschung, Kontrollverlust, Unzufriedenheit und Irritation.<br>Eine Personengruppe leidet unter diesem gesellschaftlichen Druck der Selbstverwirklichung ganz besonders: Frauen und Paare im unerfüllten Kinderwunsch.&nbsp;<br>Doch was, wenn aus Kinderwunsch ein Verlangen wird? Woher kommt diese starke Form des Leids und was können wir tun, um das Leid nachhaltig zu lindern?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstbestimmung, Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung sind das neue höchste Ziel. Doch wer genau hinsieht, erkennt, dass darin ganz schön viel „Selbst“ und wenig Realität steckt.&nbsp;Selbstbestimmtheit bezeichnet das Recht und die Fähigkeit, das eigene Leben und Handeln frei von äußeren Zwängen gestalten zu können.&nbsp;<br>In der Theorie würde das bedeuten, dass jeder frei entscheiden kann, wie er oder sie leben möchte. Dafür muss kontrolliert, geplant, organisiert und strukturiert werden.&nbsp;In machen Lebensbereichen ist das machbar. In den meisten jedoch nicht.&nbsp;Denn in der Praxis steht der Umsetzung eins im Wege: das Leben.&nbsp;<br>Und wenn das Leben eins nicht ist, dann kontrollierbar.&nbsp; Das ist keine Floskel, sondern Erkenntnis aus Wissenschaft und Buddhismus.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Essenz der buddhistischen Lehre</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Die Wahrheit über Leid</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Essenz des Buddhismus lehrt uns „Die vier edlen Weisheiten“. Diese beschreiben die Existenz von Leid, dessen Ursache sowie den Weg hinaus. Sozusagen eine praktische Anleitung, um Leid zu erkennen, zu verstehen und zu überwinden.&nbsp;<br>Die erste Wahrheit umfasst das Erkennen von Leid. Und hier sind sich die Naturwissenschaft und der Buddhismus einig:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Das Leben ist unvollkommen und unperfekt.&#8220;</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Buddha sagt: „There is suffering.“ Die Wissenschaft beschreibt es mit dem Gesetz der Entropie, das besagt, dass sich jede Ordnung und Struktur verändert bis sie schließlich zerfällt. Das Leben ist sozusagen auf unkontrollierbares Chaos ausgerichtet.<br>Selbst der schönste Moment wird enden. Selbst der durchdachteste Plan hat keine Funktionsgranatie.&nbsp;Das Leben beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Dazwischen altern wir und verändern uns. Es beinhaltet Schmerz und ist nicht aufzuhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Buddhismus wird dafür der Begriff „Dukkha“ verwendet, der am besten mit den Worten Unzufriedenheit oder Unvollkommenheit übersetzt werden kann.&nbsp;Die erste Wahrheit besteht also darin anzuerkennen, dass das Leben unvollkommen ist.&nbsp;Für Perfektionisten ist diese Wahrheit sehr schwer bis kaum zu ertragen.&nbsp;</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Ursache von Leid</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Was Leid verursacht, ist in der buddhistischen Lehre ganz klar definiert. Die zweite buddhistische Wahrheit lautet: Leid entsteht durch Anhaftung (Attachment). Dazu gehört Verlangen, Gier und Neid, sowie Hass und Ablehnung.&nbsp;Buddha sagt: „Attachment causes suffering.“&nbsp;Anhaftung bedeutet etwas unbedingt zu wollen und infolge des Nichteintretens Leid (Unzufriedenheit, Enttäuschung, etc.) zu erleben.&nbsp;Ein unerfüllter Kinderwunsch bietet großes Potential für Anhaftung und somit Leid.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber warum kann ein Wunsch so viel Leid erzeugen? Sich etwas zu wünschen bedeutet natürlich nicht automatisch in Anhaftung zu stecken.&nbsp;Der Unterschied zwischen Wunsch und Anhaftung liegt hierbei im tiefen Gefühl der Notwendigkeit.&nbsp;Der bloße Wunsch löst noch kein Leid aus. Genauso wenig, wie Ziele haben, nicht zwangsläufig in Leid endet.Verwandeln sich unsere Wünsche und Ziele jedoch in Notwendigkeiten, sprechen wir von Verlangen und das Leid beginnt.&nbsp;Und da sich unserer Gesellschaft prinzipiell nicht als besonders genügsam, selbstlos oder zufrieden definiert, sondern im Gegenteil, die Abwesenheit von bestimmten Dingen eine sofortige Unzufriedenheit auslöst bzw. Zufriedenheit gar nicht erst möglich macht, bekommt die Notwendigkeit von Dingen eine neue Dimension.<br>Überlebensnotwendige Bedürfnisse, wie Nahrung, sind damit schon lange nicht mehr gemeint.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nice to have“ wird abgelöst von „Nessecary to have“.&nbsp;</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Leid im Kinderwunsch</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Auf den Kinderwunsch bezogen bedeutet das, dass der bloße Wunsch ein Kind zu bekommen, nicht zwangsläufig mit Leid verknüpft ist, sondern erst dazu führt, wenn aus dem Wunsch eine Notwendigkeit wird.&nbsp;Sich ein Kind zu wünschen, Mama zu werden, eine Familie zu gründen oder zu erweitern, sind die natürlichsten und legitimsten Wünsche der Welt.Nur was passiert, wenn aus dem Wunsch einer Notwendigkeit wird?&nbsp;<br>Übersetzt würde das bedeuten: „Es ist notwendig, dass ich ein Kind habe, sonst bin ich unglücklich.“ oder „Ohne ein Kind kann ich nich glücklich sein.“ oder „Nur mit einem Kind bin ich zufrieden.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass dieser Zustand ein umheimliches Leid mit sich bringt, wird durch die Korrelation aus Wunsch und Notwendigkeit offensichtlich.&nbsp;Die Wissenschaft belegt, dass eine emotional-psychische Belastung durch Unfruchtbarkeit erheblich ist.<br>Ein unerfüllter Kinderwunsch kann ein ersthaftes Bedrohungsgefühl in der Lebensplanung auslösen und depressive Symptome, Angstzustände oder soziale Isolation auslösen.&nbsp;Die Wissenschaft beschreibt diese Belastung als ähnlich vergleichbar mit einer schweren chronischen Erkrankung.&nbsp;<br>Wie also diese Bedrohung auflösen? &nbsp;</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="686" height="1024" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Emotional-release-Konstanz-roots-686x1024.webp" alt="Soulhealing-Hypnotherapie-Konstanz-roots" class="wp-image-982" style="aspect-ratio:0.6699249256814632;width:373px;height:auto" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Emotional-release-Konstanz-roots-686x1024.webp 686w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Emotional-release-Konstanz-roots-201x300.webp 201w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Emotional-release-Konstanz-roots-768x1146.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Emotional-release-Konstanz-roots-1030x1536.webp 1030w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Emotional-release-Konstanz-roots-1373x2048.webp 1373w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Emotional-release-Konstanz-roots-scaled.webp 1716w" sizes="(max-width: 686px) 100vw, 686px" /></figure>
</div>
</div>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-align-left">Wenn aus Kinderwunsch, Kinderverlangen wird.</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dritte buddhistische Wahrheit umfasst die Beendigung des Leids.&nbsp;<br>Buddha sagt: „Suffering can end.“ Leid kann dann enden, wenn die Anhaftung &#8211; das Verlangen &#8211;&nbsp; endet.&nbsp;Dann sprechen wir von Non-Attachment, einem Zustand frei von Leid.&nbsp;Um aus dem Verlangen wieder ein Wunsch zu machen und somit das Leid zu beenden, gilt es den Grad der Notwendigkeit hinter dem Wunsch zu hinterfragen &#8211; ohne den Kinderwunsch dabei abzusprechen.&nbsp;<br>Hinweis: Als notwendig bezeichnet man etwas,&nbsp;wenn man glaubt, dass es vorhanden sein muss, um einen bestimmten Zustand (XY) zu erreichen.&nbsp;<br></p>



<h3 class="wp-block-heading">Hinterfragen</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die erste Frage, die man sich stellen kann, lautet:<br><em>&#8222;Ist es notwenig, dass ich ein Kind bekomme, damit ich XY bin?&#8220;</em><br><br></li>



<li>Die zweite Frage folgt:<br><em>&#8222;Kann ich wirklich nur XY sein, wenn ich ein Kind bekomme?&#8220;</em><br>Damit hinterfragt man die eigene Notwendigkeit.<br><br></li>



<li>Hin zur dritten (rhetorischen) Frage:<br>&#8222;<em>War mein bisheriges Leben nicht XY, da XY ja nur in Korrelation mit einem Kind möglich ist?</em>&#8222;</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort darauf wird <em>Nein</em> lauten. Denn dein Leben liefert dir den lebenden Beweis, dass eine allgemeine Korrelation zwischen „ein Kind haben“ und „XY sein“, bislang nicht existiert hat. Diese Erkenntnis erlaubt dir, den Grad der Notwendigkeit zu entschärfen und die Bedrohung aufzulösen.&nbsp;<br>Und Achtung, lass dich an dieser Stelle nicht von deinen Gedanken täuschen, die sagen: „Naja mit 30. Jahren ist das halt anders.“&nbsp;Dass sich mit einem bestimmten Alter der Wunsch verstärkt, ist ebenfalls biologisch nachvollziehbar. Auch hier wollen wir nicht den Wunsch absprechen, sondern die Notwendigkeit hinterfragen.<br>Übersetzt würde das bedeuten: „Allgemein brauche ich kein Kind um XY zu sein.“ ohne dass du dir den Wunsch absprichst.&nbsp;Nun besteht keine Notwendigkeit mehr, wodurch der Wunsch mit weniger Druck, Bedrohung und Verlangen aufgeladen ist.&nbsp;<br>So die Theorie.In der Praxis hat unser Ego meist eine andere Meinung dazu.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Wie also den Ego davon überzeugen?&nbsp;</em></strong><br>Mehr dazu in <a href="https://roots-senseofself.de/2026/03/09/umgang-mit-leid-im-kinderwunsch/">Teil 2</a> der Reihe: Leid im Kinderwunsch</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h4 class="wp-block-heading has-small-font-size">Quellenverzeichnis</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Wischmann, T. (2024): Psychological aspects of infertility. <em>medizinische genetik</em>, 36(1), S. 171–177. </li>



<li class="has-small-font-size">Napthai, S. (2010): The complete Buddhism for mothers. Australia: Allen &amp; Unwin.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading has-small-font-size">Bildnachweis</h4>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Clara Felder @lavieclaire</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://roots-senseofself.de/2026/04/14/leid-im-kinderwunsch-teil-1/">Leid im Kinderwunsch (Teil 1) </a> erschien zuerst auf <a href="https://roots-senseofself.de">Roots</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tantrik und Emotionen</title>
		<link>https://roots-senseofself.de/2026/03/28/tantrik-und-emotionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leni]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 19:57:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Soulhealing]]></category>
		<category><![CDATA[Yogatherapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://roots-senseofself.de/?p=1206</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als Gesellschaft haben wir die starke Tendenz Ereignisse in gut und schlecht zu kategorisieren &#8211; je nach dem welche Emotion mitschwingt. So gilt Hochzeit als etwas wünschenswertes, hingegen Trennung als etwas schweres, belastendes und anstrengendes bewertet wird. Geburt strotzt vor Leben und Glück, während Tod und Streben als zu tiefst Schlecht eingeordnet werden, sodass die [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://roots-senseofself.de/2026/03/28/tantrik-und-emotionen/">Tantrik und Emotionen</a> erschien zuerst auf <a href="https://roots-senseofself.de">Roots</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Als Gesellschaft  haben wir die starke Tendenz Ereignisse in gut und schlecht zu kategorisieren &#8211; je nach dem welche Emotion mitschwingt. So gilt Hochzeit als etwas wünschenswertes, hingegen Trennung als etwas schweres, belastendes und anstrengendes bewertet wird. Geburt strotzt vor Leben und Glück, während Tod und Streben als zu tiefst Schlecht eingeordnet werden, sodass die dazugehörigen Emotionen zu fühlen mit purer Angst verbunden ist. <br>Niemand will wütend sein, niemand will verzweifelt sein, niemand will ängstlich oder traurig oder gar eifersüchtig sein. Niemand will schlechte Gefühle. Und obwohl sie niemand fühlen will ,sind sie unweigerlich da. Kann es also sein, dass sie gar nicht so schlecht sind, sonder wir sie zu dem machen? Und kann es vielleicht sein, dass es gar nicht um Vermeidung, sondern um den richtigen Umgang mit ihnen gehen sollte? </p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sind Emotionen genau?&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es folgen Textauszüge aus dem Buch „<em>The Language of Emotions -what your feelings are trying to tell you</em>“ von Karla McLaren, die durch ihre prägnante Wortwahl das Thema auf den Punkt bringt.&nbsp;</p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">What <em>are</em> emotions?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Is it a mood, a feeling, an impuls, a neurochemical event or all of them? Do emotions come from thoughts or instincts or do thoughts and instincs arise from emotions?&nbsp;<br>The socially accepted view is that there are good and bad emotions: These categories have a bit of interplay but basically, good emotions are the one that makes us easy to be around while bad emotions are the ones that shake things up.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Good emotions are happiness, pleasantness, joy and some forms of sadness. Anger dips a little toe into the good category when it response to injustice but the acceptable timeframe for anger is a lot shorter than the allowed for sadness.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">The <em>bad emotions category</em> is very large indeed: Sadness that lasts too long is bad. Depression is bad but suicidal urges are emergency room bad.&nbsp;<br>Anger ist bad, peevishness (Gereiztheit) is bad, righteous indignation (Empörung) and wrath (Zorn) are bad, too. Rage (Tobsucht) and Fury (Wut) are extra bad. Hatred (Hass), we won’t even go into. Jealousy is bad bad bad. Fear is so bad we have got bumper stickers that shout to others that we haven’t go any fear. So all the fear based emotions are bad. Anxiety (Angst), worry (Sorgen), trepidation (Besorgnis), panic are bad as shame and guilt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">The simplistic bad-good-System imprisons so many of us. Even though we have categorized the heck out of emotions, we still don’t treat emotions &#8211; or people who feel them &#8211; intelligent. It is easier to shame an angry woman than to support her or their socially unacceptable emotions.&nbsp;<br>But we truly need our emotions. We cannot live a functional life without them. Without our emotions we cannot make decisions, we cannot decipher our dreams and visions, we cannot set proper boundaries, we cannot identify our hopes, we cannot connect or even find our dearest loves.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p><em><strong>„Without access to our emotional selves, we grow like tress in the wrong soil &#8211; becoming tall but not strong and old but not mature.“&nbsp;</strong></em></p></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Emotions are not being honored. They are not treated as the brilliant messengers they are.&nbsp;When we can see all of our emotions as vital tools, we can invite all of them into a conscious and supportive dialog.&nbsp;That&#8217;s when we can treat our emotions as essential aspects of ourselves and begin to understand that there is an honorable way to work with our emotions and an honorable way to think about them. When we approach the emotions honorably, we won’t banish certain emotions to the underworld; we will instead seek a middle ground where all emotions can exist and work properly.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">The problem</h3>



<p class="wp-block-paragraph">The problem is that we don’t know how to work with them.&nbsp;<br>Repression is the only internal emotional management skill most of us have. If we can’t express emotions safely oder masterfully, we will stuff them down into our psyches. And when we repress our emotions, we hand them off to the inner world, where we hope they will disappear, transform themselves or maybe come up again at a better time. Whenever <em>that</em> might be. We press it inward. We don’t know what to do with that bad feeling.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">The problem with repression is that the inner world is where emotions come from. Shoving the emotions back where they come from, creates an unpleasant short circuit in the psyche.&nbsp;</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Emotions are messengers from our instinctive selves. They can be important carriers of absolut truth. If we ignore or repress them, we won’t erase its message &#8211; we will just shoot the messenger and interfere with an important natural process. The unconscious then has two choices: to increase the intensity of the emotion and present it to us again or to give up on us and stuff the emotional energy deep into our psyches. Usually this mutates into something else, like compulsion, psychosomatic illness, addictions or neuroses.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p><strong><em>„Suffering is discomfort multipied by resistance“ </em></strong><br>&#8211; Buddha&nbsp;</p></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">There is an insightful Buddhist saying: „suffering is discomfort multiplied by resistance.“ I repeat this saying to myself when i move towards distraction. If i can sit with an unformatble emotion, i can understand myself more deeply. But if i resist the emotion and turn toward avoidance and distraction, i actually begin to suffer &#8211; maybe not in the exact moment of distraction- but when i put my distraction aside, where am I? The original emotion is now in a less healthy position and i have set myself up for an imbalance. If the emotion comes back now with more intensity, i suffer.<br>We need to understand that our culture wide refusal to deal with discomfort has dropped all of us into suffering.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="662" height="1024" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yoga-Trauer-und-Emotionen-662x1024.webp" alt="Yoga und Emotionen und Trauer. Was sind Emotionen und wie hilft Yoga zur verarbeitung von Emotionen, wie Trauer." class="wp-image-1209" style="aspect-ratio:3/4;object-fit:cover" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yoga-Trauer-und-Emotionen-662x1024.webp 662w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yoga-Trauer-und-Emotionen-194x300.webp 194w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yoga-Trauer-und-Emotionen-768x1188.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yoga-Trauer-und-Emotionen-993x1536.webp 993w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Yoga-Trauer-und-Emotionen.webp 1034w" sizes="(max-width: 662px) 100vw, 662px" /></figure>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Tantrik und Emotionen&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Emotions are always true &#8211; they always tell the truth about how we are actually feeling  but the may not always be right or appropriate in each situation. Therefore, we have to learn how to understand, interpret and work with them. We must learn to honor and attend to or emotions in a deeper, more mature and more evolved way. We must learn not to work against the emotions but to work with them […]“ und wir müssen lernen mutig zu sein und uns auch den baddies zu stellen. <br><br>Ein Impuls der mich persönlich inspiriert und trägt, stammt aus der roten Tantrik. Er besagt, dass es im Leben &#8211; im Großen und Ganzen &#8211; nur darum geht Erfahrungen zu sammeln. Erfahrung, ohne Wertung. Das Erleben steht im Vordergrund &#8211; das Leichte, wie auch die Erlebnisse, die uns herausfordern und uns mit diesen baddies konfrontierten. Das Leben ist nicht dafür da, ausschließlich das Schöne zu erfahren und das Schlechte so gut es geht zu vermeiden. <br>Paradebeispiel hierfür ist die Geburt bzw. der Geburtsschmerz. Wir haben so große Angst vor Schmerz und wollen ihn um jeden Preis vermeiden, denn in unserem Bild ist er ein absoluter baddie. Dabei gehört er zu dieser tiefgreifenden Erfahrung dazu. Er kann und darf nicht ausgeklammert werden. Die tantrische Sicht ermöglicht einen Perspektivwechsel, der vor allem in herausfordernden Zeiten ein starker Anker sein kann. Denn nur erlebte Erfahrung ist Weisheit, die uns wachsen lässt.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="759" height="1024" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Leid-im-Kinderwunsch-Teil-1-759x1024.webp" alt="Ursachen von Leid im Kinderwunsch" class="wp-image-932" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Leid-im-Kinderwunsch-Teil-1-759x1024.webp 759w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Leid-im-Kinderwunsch-Teil-1-222x300.webp 222w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Leid-im-Kinderwunsch-Teil-1-768x1036.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Leid-im-Kinderwunsch-Teil-1.webp 834w" sizes="(max-width: 759px) 100vw, 759px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">No good without the bad</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht zufällig ist der Lotus <em>das</em> Symbol des Buddhismus sowie der Yogalehre. <br>Die Lotusblume steht im Buddhismus für Erleuchtung und spirituelles Erwachen. Sie wächst durch den Schlamm und öffnet ihre Blüte &#8211; jeden Tag aufs Neue. Der Schlamm steht symbolisch für die rohe Seite des Lebens: Ungewissheit, Anhaftung, Chaos und schwierige Umstände. Im Buddhismus wird dies nicht als etwas „Schlechtes“ bewertet, sondern als notwendiger Nährboden. Als Herausforderung, die zu Wachstum einlädt.&nbsp;Denn ohne Schlamm, keine Lotusblüte.&nbsp;<br>Der Stängel der Lotusblume beschreibt den spirituellen Weg &#8211; Yoga als Weg. <br>Die Blüte symbolisiert Samadhi &#8211; Klarheit, innerer Freiheit, Ruhe &#8211; Yoga als Ziel, als Zustand. &nbsp;</p>
</div>
</div>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mit Emotionen arbeiten</strong>: A) Channeling</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie können wir lernen mit statt gegen unsere Emotionen zu arbeiten? <br>Karla McLaren stellt eine Methode vor, wie wie mit unseren Emotion arbeiten können: „<em>Channeling</em>“ = Kanalisieren.&nbsp;Mit <em>Channeling</em> ist gemeint, etwas auf einem bestimmten Weg zu lenken oder zu übermitteln. Lernen wir unsere Emotionen richtig zu kanalisieren, können wir die Botschaft verstehen, die sie transportieren.<br>Channeling ermöglicht, den Ursprungskern unserer Emotionen OHNE die dazugehörige Geschichte spüren zu können, d.h. wie sich Emotionen anfühlen, wenn sie nicht von sozialen Ängsten und Vorurteilen überladen sind. So können wir ihnen so viel besser zuhören und vor allem, erlauben, dar zu sein.&nbsp;</p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Trauer </h3>



<ol class="wp-block-list">
<li>Atme tief ein &#8211; fülle Bauch und Brust mit Luft bis du ein kleines Spannungsgefühl spürst. Halte den Atem für ein paar Sekunden.<br><br></li>



<li>Atme langsam aus und bewege dabei deine Handgelenke, Fußgelenke und deinen kopf spiralförmig.<br><br></li>



<li>Wiederhole diese tiefe Atmung und kreise erneut deinen Körper während du ausatmest. Du kannst auch die Zunge rausstrecken, gähnen oder den Körper schütteln.<br><br></li>



<li>Nun atme natürlich weiter und beobachte, wie du dich fühlst. Wenn du dich ein wenig weicher, ruhiger, vielleicht sogar ein wenig müde fühlst, durfte sich gerade Spannung in deinem Körper lösen, die sich durch angestaute Emotion gebildet hat. Heiße deine Trauer willkommen.&nbsp;<br><br></li>



<li>Das sind die Botschaften von Trauer. So fühlt sich gesunde, fließende Traurigkeit an: sie hilft dir Spannung loszulassen.&nbsp;</li>
</ol>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Freude </h3>



<ol class="wp-block-list">
<li>Lächle, als würdest du einen guten Freund begrüßen. Vielleicht merkst du wie sich deine Auggen dabei ein wenig mehr öffnen.&nbsp;<br><br></li>



<li>Streck die Arme lang nach oben und Streck einmal deinen ganzen Körper. Lächle weiter, halte deine Augen weiterhin offen und nimm einen entspannten Atemzug.&nbsp;<br><br></li>



<li>Wie fühlt sich dein Körper an? Heiße deine Freude willkommen. Sie ist ein hervorragender kleiner Pausenknopf, der dich mit innerer Wärme, Leichtigkeit und Antrieb auflädt.&nbsp;<br><br></li>



<li>Mimik und Gefühle hängen eng zusammen, d.h. dass Gesichtsausdrücke Emotionen hervorrufen können. (Das gilt für positive wie negative Gefühle.)</li>
</ol>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Angst</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li>Suche dir einen ruhigen Ort und lehne deinen Oberkörper nach vorne (sitzen, liegen oder stehen möglich). Konzentriere dich auf deinen Hörsinn und versuche das leiseste Geräusch um dich herum wahrzunehmen. Deine Schulter sind dabei entspannt und weit weg von deinen Ohren. Du kannst auch dein Mund leicht öffnen oder deinen Kopf sanft bewegen während du den leisesten Ton ausfindig machst und die offensichtlichen Geräusche herausfilterst.&nbsp;<br><br></li>



<li>Wenn du das Geräusch gefunden hast, halte für einen Moment still und konzentriere dich voll und ganz auf diesen Ton. Vielleicht kannst du ihn auch mit den Augen lokalisieren.&nbsp;<br><br></li>



<li>Wie fühlt sich dein Köper an? Deine Gedanken sind klar und wachsam. Deine Haut fühlt sich vielleicht etwas empfindlich an. Heiße deine Angst willkommen.<br></li>



<li>Gesunde und frei fließende Angst ist nichts anderes als dein Instinkt und deine Intuition. Angst ohne Bewertung ist harmonisch. Sie fokussiert und zentriert dich und all deine Sinne</li>
</ol>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">B) Interozeptives Training: Praktische Übung aus der Yogatherapie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Interozeptives Training ist eine Methode um Körperempfindungen wertfrei wahrzunehmen und innere Stille zu fördern. Darunter fallen viele Bereiche des Achtsamkeitstraining, wie Autogenes Training oder Body Scan.&nbsp;Eine bestimmte Form des Trainings ist die <em>Interozeptive Exposition</em> (Konfrontation) &#8211; eine zentrale Technik der kognitiven Verhaltenstherapie, die besonders hilfreich bei Panik-und Angststörungen ist. Dabei werden unangenehm Körpersymptome und Emotionen in einem sicheren Rahmen bewusst herbeigeführt, um den Umgang mit ihnen neu zu erlernen und zu erleben. Dadurch sinkt die Angst vor der Emotion und die Akzeptanz diese zu fühlen und sich ihr zuzuwenden steigt.&nbsp;<br>Diese Form der bewussten Exposition fördert die Fähigkeit Auszuhalten ohne zu Vermeiden (Habituation = Gewöhnung) und stärkt nachweislich die Selbstregulation von Körper und Geist.&nbsp; <br>Interozeptives Training ist auch Teil der<em><a href="http://<a href=&quot;https://roots-senseofself.de/yogatherapie/&quot;>Yogatherapie</a>&#8222;>Yogatherapie</a></em> und <em><a href="http://<a href=&quot;https://roots-senseofself.de/soulhealing/&quot;>Soulhealing</a>&#8222;>Soulhealing</a>. </em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="686" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Interozeptives-Training-Konstanz-1024x686.webp" alt="Soulhealing Interozeptives Training und Yogatherapie - Konstanz - roots" class="wp-image-1257" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Interozeptives-Training-Konstanz-1024x686.webp 1024w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Interozeptives-Training-Konstanz-300x201.webp 300w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Interozeptives-Training-Konstanz-768x515.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Interozeptives-Training-Konstanz-1536x1030.webp 1536w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/Soulhealing-Interozeptives-Training-Konstanz-2048x1373.webp 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Karla McLaren (2010): The language of emotions. What your feelings are trying to tell you, 25-88.</li>



<li class="has-small-font-size">Barlow, D. H., Craske, M. G., Cerny, J. A., &amp; Klosko, J. S. (1989): <a href="https://doi.org/10.1016/S0005-7894(89)80073-5">Behavioral treatment of panic disorder</a><strong>.</strong><em>Behavior Therapy, 20</em>(2), 261–282.</li>



<li class="has-small-font-size">Craske, M. G., Treanor, M., Conway, C. C., Zbozinek, T., &amp; Vervliet, B. (2014): <a href="https://doi.org/10.1016/j.brat.2014.04.006">Maximizing exposure therapy: An inhibitory learning approach</a><strong>.</strong> <em>Behaviour Research and Therapy, 58</em>, 10–23.</li>



<li class="has-small-font-size">Deacon, B. J., &amp; Abramowitz, J. S. (2006): <a href="https://doi.org/10.1016/j.brat.2005.05.001">A critical review of the empirical evidence for the safety and efficacy of interoceptive exposure.</a> <em>Behaviour Research and Therapy, 44</em>(5), 645–665.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vom Gebären zum Entbinden</title>
		<link>https://roots-senseofself.de/2026/03/11/warum-schwangerschaft-und-geburt-ihre-natuerlichkeit-verloren-haben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 13:47:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Doula]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://roots-senseofself.de/?p=1029</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Essay über die Medikalisierung von Schwangerschaft, patriarchale Geburtshilfe und das wiedergewonnene Vertrauen durch die Arbeit der Doula.&#160; Brechen wir uns ein Bein, gehen wir ins Krankenhaus. Sind wir schwer krank oder haben einen Unfall, gehen wir ins Krankenhaus.&#160;Gebären wir ein Kind, gehen wir ebenfalls ins Krankenhaus &#8211; ganz natürlich ohne zu hinterfragen. Schlussfolgernd könnte [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Essay über die Medikalisierung von Schwangerschaft, patriarchale Geburtshilfe und das wiedergewonnene Vertrauen durch die Arbeit der Doula.&nbsp;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Brechen wir uns ein Bein, gehen wir ins Krankenhaus. Sind wir schwer krank oder haben einen Unfall, gehen wir ins Krankenhaus.&nbsp;Gebären wir ein Kind, gehen wir ebenfalls ins Krankenhaus &#8211; ganz natürlich ohne zu hinterfragen. Schlussfolgernd könnte man meinen, das Schwanger sein und Gebären eine Form von Krankheit ist, die medizinische Versorgung benötigt. Diese Sicht ist keine Übertreibung sondern gelebte Realität:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>In Deutschlang gebären 98% aller Frauen ihre Kinder im Krankenhaus.&nbsp;</li>



<li>Über 90% der im Krankenhaus gebärenden Frauen erleben eine Intervention (medizinischen Eigriff z.B. Einleitung).</li>



<li>Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, Sodbrennen oder Rückenschmerz, werden als Symptome bezeichnet, die es medizinisch abzuklären gilt.&nbsp;</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ein absolut westlicher Luxus und gleichzeitig die totale Absprache von Natürlichkeit.<br>Wie kam es dazu, dass wir den natürlichen Prozess von Schwangerschaft und Geburt nicht mehr sehen bzw. ihn sogar fast absprechen?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Aberkennung der weiblichen Kraft</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Das Stichwort lautet: Medikalisierung von Schwangerschaft und Geburt. Damit ist gemeint, dass Schwangerschaft und Geburt zunehmend aus ihrem Verständnis als natürliche, physiologische Prozesse herausgelöst und stattdessen als medizinische Ereignisse betrachtet werden.<br>Der Ursprung der Medikalisierung von Geburt, ist historisch gewachsen und gründet auf patrichalen Strukturen. Als zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert die Medizin professioneller wurde, war eine deutlich männliche Dominanz in der Medizin vertreten. <br>Es gab Ärzte, aber keine Ärztinnen. <br>Aus Sicht des patriarchalen Weltbildes galten Frauenkörper aufgrund ihrer Hormone als problematisch, schwach und instabil. Schwangerschaft wurde nicht mehr als natürlicher Prozess gesehen, sondern als potenziell krankhaft oder riskant, der medizinisch überwachungsdürftig ist. So wurde männliche Geburtshilfe als medizinische Disziplin etabliert und das weibliche Hebammenwesen verdrängt. <br>Da medizinisches Wissen als das einzig wahre Wissen definiert wurde, verloren traditionelle Heilpraktiken und Erfahrung ihren Wert (Hexenverbrennung). Die Betreuung von Schwangerschaft und Geburt ging von Frauen &#8211; Hebammen und Gebärende &#8211; auf männliche Ärzte über. Das Körpergefühl der Frau wird dem Urteil von Außen untergeordnet obwohl nur die Schwangere selbst das Baby in sich trägt und spüren kann. Diese Aberkennung der eigenen Wahrnehmung geht Hand in Hand mit der Entmachtung der Frau. </p>
</blockquote>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-pullquote has-medium-font-size"><blockquote><p><em><strong>„Childbirth should be a natural event that occasionally needs medical help, not a event that occasionally happens naturally.“</strong></em><br>Kemi Johnson, Midwife.</p></blockquote></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Patriarchale Geburtshilfe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Prozess wird als „männliche Aneignung“ bezeichnet und ist ein Paradebeispiel für die damalige sowie heutige geschlechterspezifische Machtstruktur.&nbsp;Hier liegt der Grund warum Männer plötzlich Babies „auf die Welt bringen wollten“: Macht und Kontrolle.&nbsp;<br>Im 20. Jahrhundert verstärkte sich dieser Prozess durch die Verlagerung der Geburt vom Heim ins Krankenhaus.&nbsp;Die Argumentation beruht erneut auf der Annahme, dass Geburt etwas krankhaftes ist: Krankenhäuser seien sicherer, da technologische und ärztliche Überwachung zu besserem Outcome führe. Mit Outcome ist an dieser Stelle Kontrolle gemeint: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kontrolle über den Zeitpunkt der Geburt.</li>



<li>Kontrolle über die Position des Kindes.&nbsp;</li>



<li>Kontrolle über den Geburtsschmerz.&nbsp;</li>



<li>Kontrolle über den Geburtsprozess. &nbsp;</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Warum wir diesen Grad an Kontrolle überhaupt wollen und legitmieren, ist eine andere Frage. </p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass dieser medizinische Fortschritte keineswegs schlecht ist. Wir verdanken ihm viele Leben.&nbsp;Es wird nur dann problematisch, wenn wir Schwangerschaft und Geburt nur noch aus dieser Brille betrachten und bewerten und so die Natürlichkeit absprechen. Denn so hilfreich und lebensrettend Interventionen, wie Kaiserschnitte oder PDAs in medizinisch notwendigen Situation auch sind, so inflationär und routinemäßig werden sie auch in nicht-medizinisch notwendigen Situationen angewandt. Und während sie die Sicherheit bei Risikoschwangerschaften erhöht, führt sie oft zur übermäßigen Kontrolle und Pathologisierung gesunder Schwangerschaften.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-medium-font-size"><blockquote><p><em><strong>„Feminism isn’t about making women stronger. Women are already strong. </strong></em><br><em><strong>It is about changing the way the world perceives the strenght.“</strong></em><br>G.D. Anderson<br></p></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Folgen der Medikalisierung</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">1) Verlust von Intuition und Selbstvertrauen&nbsp;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folge neben dem Verlust von weiblicher Autonomie ist vor allem eins:&nbsp;Die Irrelevanz der eigenen Intuition.&nbsp;Was eine Frau während der Schwangerschaft oder Geburt fühlt, besitzt keine Aussagekraft mehr.&nbsp;Erst wenn der Ultraschall bestätigt, dass es dem Baby im Bauch gutgeht, darf Frau sich entspannen.&nbsp;Wir verlernen unserem eigenen Gefühl zu glauben und geben die Verantwortung teils vollständig an medizinische Betreuung ab.&nbsp;<br>Das führt zu unheimlich viel Unsicherheit, Abhängigkeit und Angst, da wir Sicherheit nur noch im Außen finden.&nbsp;Wir verlieren das Vertrauen in die angeborene Weisheit des Körpers hin zu Misstrauen und Angst gegenüber einem natürlichen Prozess. Geburt wird nicht mehr als Übergangsritus angesehen, der durchaus schmerzvoll sein darf. Stattdessen wird eine Geburt als etwas angesehen, dass <em>bewältigt </em>und <em>durchgestehen</em> werden muss. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir vergessen, dass Geburt nicht nur ein körperlicher Akt ist, bei dem Effizienz und Risikomanangement im Fokus stehen, sondern eine Übergangsritus, der eine zu tiefst persönliche, emotionale und spirituelle Dimension in sich trägt. <br>Wir vergessen, dass wir (in den meisten Fällen) nicht auf die Medizin angewiesen sind, sondern unser Körper darauf ausgelegt ist, ein Kind zu empfangen, zu ernähren und zu gebären.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">2) Druck der Durchhaltementalität&nbsp;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Absprechen der Natürlichkeit von Geburt und Schwangerschaft führt auch dazu, dass wir wichtige Prozesse, die zum Mutterwerden dazugehören, außer Acht lassen oder gar vermeiden wollen.&nbsp;So ist Schwangerschaft nicht nur ein körperlicher Prozess, sondern ein psychotisches Erlebnis, das tief auf die mentale Gesundheit von werdenden Müttern wirkt. Diesem Prozess wird oftmals keine Hilfestellung geleistet.&nbsp;<br>Unabhängig der körperlichen Veränderungen umfasst das Erlebnis intensive Gefühle, Gedanken, Stimmungen und innere Spannungen, die während der gesamten Schwangerschaft auftreten können. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Schwangere eine erhöhte Sensibilität und ein gesteigertes Verletzlichkeitsgefühl aufweisen. Dafür sind Hormone (u.a. Östrogene, Progesteron) verantwortlich, die die Schwangerschaft aufrecht erhalten und die Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen.&nbsp;<br>Für diese Art der psychotischen „Instabilität“ ist in unserer Gesellschaft kein Platz. Anstatt, dass wir Schwangeren die Möglichkeit geben, sich mit dem Neuland vertraut zu machen, erkennen wir kaum an, dass sie solches überhaupt betreten. Frustrierenderweise haben wir uns irgendwie darauf geeinigt, dass eine schwangere Frau überhaupt nichts Besonderes braucht.&nbsp;</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Doula: <strong>Vereinigung von Wissenschaft und Weisheit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen der Medikalisierung zeigen auf, dass eine rein medizinischer Umgang mit Schwangerschaft und Geburt lückenhaft ist und die Gesamtheit des Ereignisses nicht halten kann. Es braucht also eine Umgangsform, die sowohl die gewonnenen Erkenntnisse der Wissenschaft sinnvoll integriert also auch die Weisheit und Natürlichkeit der Frauen anerkennt.&nbsp;Denn wahre Ermächtigung und Selbstwirksamkeit entsteht nur dann, wenn sich Frauen während der gesamten Reise gesehen, gehört, unterstützt und respektiert fühlen. Wenn sie frei von Angst und Urteil wählen können:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Dankbarkeit und Inanspruchnahme der medizinischen Unterstützung und Sicherheit. </li>



<li>Akzeptanz für einen Weg ohne das klinische System</li>



<li>sowie eine Mischform und alles dazwischen. </li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Hier kommt die Doula ins Spiel:&nbsp;Doula (griech.) bedeutet Dienerin der Frau und bezeichnet eine Person, die Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft unterstützt und ermutigt ihren eigenen Weg der Mutterschaft zu gehen &#8211; ein Weg, der neben der medizinischen Sicht noch weitere Möglichkeiten aufzeigt.&nbsp;<br>Im Vordergrund steht das Thema <em>Vertrauen</em>.&nbsp;Vertrauen zu spüren, zu erkennen, zu erlernen und wiederzuerlangen, um schlussendlich seinem Vertrauen vertrauen zu können.&nbsp;Dem Körper zu vertrauen, der eigenen Intuition zu vertrauen, dem Baby zu vertrauen, der Zukunft zu vertrauen, den Geburtsumständen zu vertrauen und vorallem sich selbst zu vertrauen.&nbsp;<br>Es geht dabei nicht darum, die Medizin abzulehnen. Keineswegs.&nbsp;Vielmehr soll ein Raum geöffnet werden, in der beides nebeneinander existieren und sich ergänzen kann: Wissenschaftliche Erkenntnisse sowie die Weisheit der Natur. Denn solange wir der Wahrheit, dass Geburt ein zu tiefst natürlicher Prozess ist und Frauen bereits alles in sich tragen, was sie dafür brauchen, keinen Glauben schenken, sprechen wir Frauen ihre stärkste Kraft ab: das sie Leben erschaffen können.&nbsp;<br>Und solange dieser Kraft kein Stellenwert eingeräumt wird, braucht es (unter anderem) <a href="https://roots-senseofself.de/doula">Doulas</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp: Verbindung in der Schwangerschaft praktizieren</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Das <em><a href="https://roots-senseofself.de/journal/">rooted mama</a> </em>Workbook-Journal zur Begleitung der Schwangerschaft umfasst genau das: Evidenzbasiertes Fachwissen gepaart mit anregenden Themen und Fragen, die deine Intuition und Verbindung zu deiner inneren Weisheit erwecken und stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Workbook ist aufgeteilt in 9 Monate, die je ein schwangerschaftsrelevantes Thema durch Reflexionsfrage, Impulstexte sowie praktische Übungen und Rituale ausführlich bearbeiten. <br>Zusätzlich bietet das Buch einen Reflexionsbogen für Paare, nährende Rezepte, Frauenheilkräuterwissen sowie tägliche Journal-Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Von Hebammen und Psychologinnen empfohlen.</em></p>
</div>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="727" height="1024" src="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/rooted-mama-Journal-1-727x1024.webp" alt="Journal-Workbook zur Begleitung in der Schwangerschaft" class="wp-image-976" srcset="https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/rooted-mama-Journal-1-727x1024.webp 727w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/rooted-mama-Journal-1-213x300.webp 213w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/rooted-mama-Journal-1-768x1081.webp 768w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/rooted-mama-Journal-1-1091x1536.webp 1091w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/rooted-mama-Journal-1-1454x2048.webp 1454w, https://roots-senseofself.de/wp-content/uploads/2026/03/rooted-mama-Journal-1-scaled.webp 1818w" sizes="(max-width: 727px) 100vw, 727px" /></figure>
</div>



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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-pullquote has-medium-font-size"><blockquote><p><em><strong>„Reminder that since day one a woman has already had everything she needs within herself. It’s the world that convinced her she did not.“ </strong></em><br>Rupi Kaur</p></blockquote></figure>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"></p>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<h5 class="wp-block-heading has-small-font-size">Quellen&nbsp;</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Neuro Launch (2024): Psychological Pregnancy: Understanding the Mind-Body Connection in Expectant Mothers. </li>



<li class="has-small-font-size">Cahill, H. A. (2001): <em>Male appropriation and medicalization of childbirth: An historical analysis.</em> Journal of Advanced Nursing, 33(3), 334–342. </li>



<li class="has-small-font-size">Westergren, A., et al. (2021): <em>Exploring the medicalisation of childbirth through women’s preferences for and use of pain relief.</em> Women and Birth. </li>



<li class="has-small-font-size">Chaudhary P. et al. (2025): Role of doulas across the pregnancy care continuum on maternal and child health. Nature Communications (Continuum Doula Care).</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://roots-senseofself.de/2026/03/11/warum-schwangerschaft-und-geburt-ihre-natuerlichkeit-verloren-haben/">Vom Gebären zum Entbinden</a> erschien zuerst auf <a href="https://roots-senseofself.de">Roots</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gesunde Atmung</title>
		<link>https://roots-senseofself.de/2026/03/09/gesunde-atmung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 14:32:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Yogatherapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://roots-senseofself.de/?p=944</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Großteil der Bevölkerung atmet falsch.Denn wir atmen zu viel, zu flach und zu oft durch den Mund. Der Durchschnitt atmet ca. 12- 14 Atemzüge pro Minute. So viel kann man nur atmen, wenn man ganz schnell und ganz flach in die Brust atmet. Die Wirkung dieser schnellen und flachen Atmung spiegelt sich in der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil der Bevölkerung atmet falsch.<br>Denn wir atmen zu viel, zu flach und zu oft durch den Mund. Der Durchschnitt atmet ca. 12- 14 Atemzüge pro Minute. So viel kann man nur atmen, wenn man ganz schnell und ganz flach in die Brust atmet. Die Wirkung dieser schnellen und flachen Atmung spiegelt sich in der Reaktion des Nerven- und Hormonsystems wider. <br>Doch wie atmen wir richtig? <br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Brust oder Bauch?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer gesunden Ruheatmung nutzen wir die <em>Zwerchfellatmung</em> &#8211; auch Bauchatmung genannt. Das Zwerchfell ist unser Hauptatemmuskel und sitzt unterhalb des Rippenbogens.<br>Atmen wir tief, nutzen wir die Zwerchfellatmung, bei der sich das Zwerchfell nach unten absenkt und Platz für die einströmenden Luft macht. Dadurch entsteht ein Unterdruck in der Brusthöhle wodurch die Lunge nach unten gezogen wird und sich effizient mit Luft füllen kann.&nbsp;Erkennbar ist eine Zwerchfellatmung an der Bewegung der Bauchdecke, die sich mit der Einatmung nach außen wölbt.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Einfluss der Atmung auf das Nervensystem&nbsp;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zwerchfellatmung aktiviert das <em>parasympathische </em>Nervensystem, dass für Entspannung und innere Ruhe sorgt: „Rest and digest“.&nbsp;<br>Ist das parasympathische Nervensystem aktiviert, kann der Körper mit Stressabbau und Heilung (Reparatur und Regeneration) beginnen. Der Parasympathikus unterstützt bei der Nahrungsverarbeitung, Entgiftung und Ausscheidung, während Energiereserven aufgebaut werden können.&nbsp;<br>Der Gefühlszustand&nbsp; während eines aktiven Parasympathikus lässt sich als friedlich und sicher beschreiben.&nbsp;Zusätzlich wir durch die tiefe Atmung die Lunge besser belüftet und ihre Qualität gesteigert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Chronischer Stress</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Umgekehrt führt eine Brustkorb-betonte Atmung zur Aktivierung des <em>sympathischen </em>Nervensystem.<br>Das sympathische Nervensystem reagiert mit Aktivität, Spannung und Dynamik. Es ist dafür da, den Körper in Leistungs- oder Gefahrensituationen zu aktivieren: „Fight or Flight“<br>Problematisch wird es, wenn diese Aktivierung zu stark, zu häufig oder zu lange anhält und das parasympathische Nervensystem nicht „gegenregulieren“ kann. Dauerhafte Aktivierung führt zu chronischem Stress. Das sympathische Nervensystem reagiert mit einer erhöhten Ausschüttung der Stresshormone <em>Cortisol</em> und Adrenalin, die bei dauerhafter Erhöhung zu Bluthochdruck und Herzbelastung führen.&nbsp;Schlechte Schlafqualtiät, Verdauungsprobleme, eingeschränkte Regeneration sowie ein erhöhtes Infektionsrisiko (Immunsystem wird durch Sypamtikus unterdrückt) sind Folgen einer dauerhaften Sympatikusaktivierung.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Einfluss des Stresshormons Cortisol auf das Hormonsystem:</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:100%">
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<figure class="wp-block-table is-style-stripes has-small-font-size"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Hormon</th><th>Wirkung</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Langfristige Folgen bei chronischem Stress</th></tr></thead><tbody><tr><td>Adrenalin</td><td>Aktivierung Herz-Kreislauf, erhöhte Aufmerksamkeit und Leistungssteigerung</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Herz-Kreislauf-Belastung, Nervosität</td></tr><tr><td>Cortisol</td><td>Mobilisierung Energie durch Erhöhung des Blutzuckers</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Immunschwäche, Behinderung der Regneration</td></tr><tr><td>Dopamin</td><td>Fokussierung, Motivationssteigerung</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Erschöpfung, Motivationsprobleme</td></tr><tr><td>Endorphine</td><td>Schmerzhemmung, Euphorie</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">emotionale Dysregulation</td></tr><tr><td>Ghrelin</td><td>Steigert Appetit</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">übermäßiger Appetit</td></tr><tr><td>Insulin</td><td>Senkt Blutzucker</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Erhöhtes Risiko einer Insulinresistenz durch Gegenwirkung des Cortisols&nbsp;</td></tr><tr><td>Leptin</td><td>Reguliert Hunger</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Stress unterbindet Leptinwirkung</td></tr><tr><td>Melatonin</td><td>Steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus&nbsp;</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Cortisol hemmt die Melatoninproduktion, was zu Schlafproblemen führt</td></tr><tr><td>Östrogene</td><td>Fruchtbarkeit, Zyklusregulation</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Cortisol stört den Östrogenspiegel was Unfruchtbarkeit oder Zkylusstörung führen kann&nbsp;</td></tr><tr><td>Progesteron</td><td>Zyklusregulation, Schwangerschaft</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Cortisol senkt den Progesteronspiegel was Unfruchtbarkeit oder Zkylusstörung führen kann&nbsp;</td></tr><tr><td>Testosteron</td><td>Muskelaufbau, Libido</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Cortisol hemmt Testosteronproduktion</td></tr><tr><td>Vasopressin</td><td>Regulierung und Stabilisierung des Blutdrucks und Kreislaufs&nbsp;</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Blutdruckprobleme&nbsp;</td></tr><tr><td>Wachstumshormon&nbsp;</td><td>Wachstum, Regeneration&nbsp;</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Cortisol hemmt Ausschüttung was zu einer eingeschränkten Regeneration führen kann&nbsp;</td></tr></tbody></table></figure>
</div></div>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Nase oder Mund?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gesunde Ruheatmung besteht aus 5-6 Atemzügen pro Minute. Reine <em>Nasenatmung</em>: 5 ein, 5 aus. Wenn wir durch die Nase atmen, strömt Luft mit Druck ein und aus. Das weiche Gewebe im Rachenraum wird durch den Erhalt des Drucks gestärkt, wodurch sich die Atemwege besser weiten können und das Atmen leichter wird. Atmen wir durch den Mund, erschlafft das weiche Gewebe und sinkt nach innen wodurch weniger Platz zum Atmen bleibt und sich so eine Negativspirale bildet.<br>Mundatmung führt zu noch mehr Mundatmung. <br>Ähnlich, wie bei der Brustkorb-Atmung, aktiviert die Mundatmung das sympathische Nervensystem, da die Atmung per Mund unbewusst schneller, flacher und mit einem höheren Luftvolumen fließt.&nbsp;Die Extremform der Mundatmung ist die Hyperventilation, bei der eine starke CO<sub>2</sub>-Dysregulation das Nervensystem in Alarmzustand bringt &#8211; hingegen der CO<sub>2</sub>-Gehalt im Blut bei der Nasenatmung stabil bleibt. <br>Auch produziert die Nase (v.a. Nasennebenhöhlen) Stickstoffmonoxid, das die Blutgefäße erweitert, die Sauerstoffaufnahme verbessert und eine beruhigende Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem hat.&nbsp;Bei der <br>Bei Mundatmung gelangt die Luft nicht durch die Nasennebenhöhlen und weist demnach eine geringere Stickstoffmonixidkonzentration auf. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Negative Auswirkungen der Mundatmung:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Erhöhte Herzfrequenz, die den Stresszustand steigert</li>



<li>Schnellere Erschöpfung aufgrund ineffizienter anaerober Energiegewinnung</li>



<li>Erhöhtes Risiko für Schlafapnoe und Schlafstörungen durch verringerte Tiefschlafphase</li>



<li>Beeinträchtigung der Denkleistung und Konzentration durch gestörte Sauerstoffversorgung des präfrontalen Cortex.</li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Positive Auswirkungen der Nasenatmung:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Reduziert Atemwegsinfektionen durch Wärmeregulierung, Luftfilterung und Feuchtigkeitsregulierung</li>



<li>Erhöht Konzentration und Leistung durch verbesserten Sauerstoffaustausch</li>



<li>Bessere Schlafqualität</li>



<li>Unterstützt eine korrekte Kiefer- und Kopfhaltung</li>



<li>Mehr Entspannung, da sich Herzfrequenz sowie der Blutdruck senkt und das parasympatische Nervensystem aktiviert wird</li>
</ul>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Gesunde Atmung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um einer dauerhaften Symptikusaktivierung entgegenzuwirken sowie eine optimale Versorgung des Körpers zu ermögliche, lohnt es sich, die Atemweise auf eine ruhige Nasenatmung umzustellen.&nbsp;In Bezug auf physische oder psychische Erkrankungen bedeuten diese Erkenntnisse, dass gezielte Atemtechniken Einfluss auf unser Nervensystem haben und somit zur Unterstützung von Krankheitslinderung beitragen können. In der <a href="http://<a href=&quot;https://roots-senseofself.de/yogatherapie-konstanz-roots/&quot; title=&quot;Yogatherapie Konstanz&quot;>Yogatherapie Konstanz</a>&#8222;>Yogatherapie </a>finden wir Antwort darauf, welche Atemweise für welches Krankheitsbild bzw. Symptomatik geeignet ist. </p>



<div style="height:200px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h5 class="wp-block-heading has-small-font-size">Quellen</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Nestor J. (2021): Breath. Wissen über die vergessene Kunst des Atmens.</li>



<li class="has-small-font-size">Watso, J. C. et al. (2023): <em><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25900327/">Acute nasal breathing lowers diastolic blood pressure and increases parasympathetic contributions to heart rate variability in young adults.</a></em>American Journal of Physiology – Regulatory, Integrative and Comparative Physiology, <strong>325</strong>(6),</li>



<li class="has-small-font-size">Trevisan, M. E., et al.(2015):<em><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25900327/">Diaphragmatic amplitude and accessory inspiratory muscle activity in nasal and mouth-breathing adults: A cross-sectional study.</a></em> Journal of Electromyography and Kinesiology, 25(3), 463–468.</li>



<li class="has-small-font-size">Lundberg, J. O., &amp; Weitzberg, E. (1999): <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC1745376/"><em>Nasal nitric oxide in man.</em> </a>Thorax, 54(10), 947–952.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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